Günther Jauch diskutiert am Sonntag unter anderem mit Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, darüber wer eigentlich beim beim Kinderschutz versagt. Der Diskussion liegt der Fall der elfjährigen Chantal zugrunde.

Das Mädchen starb an einer Methadon-Vergiftung in einer völlig verwahrlosten Wohnung ihrer drogenabhängigen Pflegeeltern. Chantal steht dabei für all die Kinder, die jährlich an den Folgen von Gewalt und Vernachlässigung sterben. Etwa 200.000 Kinder werden laut UNICEF in Deutschland vernachlässigt und misshandelt.

Es geht also auch um die Frage, wann ein Staat einschreiten muss, wenn Kinder bei ihren Eltern nicht mehr sicher sind. Ab welchem Zeitpunkt müssen staatliche Stellen Kinder möglicherweise aus der Familie nehmen. Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik an der Technischen Universität Dortmund schätzt, dass derzeit 74.000 Kinder in Heimen und Pflegefamilien leben. Doch damit findet das Leiden der Kinder oft kein Ende.

Wann darf und muss der Staat zum Schutz der Kinder eingreifen? Scheitern Jugend- und Sozialämter nur an zu wenig Geld? Nach welchen Kriterien werden Pflegeeltern ausgewählt?

Darüber diskutiert Jauch in der Sendung mit:

Johannes Kahrs (SPD, ehemaliger Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses in Hamburg-Mitte)
Heinz Buschkowsky (SPD, Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln)
Katia Saalfrank (Diplom-Pädagogin)
Marita Meissner (Sozialarbeiterin beim Jugendamt Gelsenkirchen)
Peter Hahne (evangelischer Theologe und ZDF-Moderator)
Karen Wegner (Pflegemutter)

Sendehinweis: Sonntag, 26. Februar 2012 um 21.45 Uhr im Ersten

Foto: © ARD/Marco Grob