Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
Acht Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen haben in einem vierjährigen Modellprojekt neue Wege der inklusiven Begabungsförderung erprobt. Träger waren die Karg‑Stiftung und das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe); die Ergebnisse wurden jetzt in Hannover präsentiert.
Abschlussveranstaltung im Stephansstift
Bei der Abschlussveranstaltung im Stephansstift stellten Projektbeteiligte ihre Erfahrungen vor. In seiner Keynote machte der Soziologe Aladin El‑Mafaalani deutlich, dass Gerechtigkeit im Bildungsbereich mehrere Aufgaben umfasst und nicht allein auf Ausgleich zielen darf.

- Ausgleich von Benachteiligungen
- Gezielte Förderung von Begabungen
- Unterstützung besonders leistungsfähiger Kinder
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten, wie diese drei Dimensionen im Kita‑Alltag zusammenspielen können und welche praktischen Folgen das für pädagogische Arbeit und Elternarbeit hat.
Praxis: Beobachtung, Elternarbeit, Netzwerke
Im Verlauf des Projekts wurden neue Beobachtungsinstrumente und niedrigschwellige Angebote für Eltern entwickelt. Kooperationen mit lokalen Bildungs‑ und Kulturpartnern eröffneten zusätzliche Lernmöglichkeiten für Kinder.

Die beteiligten Einrichtungen wurden seit 2022 fachlich begleitet und miteinander vernetzt. Dadurch entstanden Konzepte für eine stärkenorientierte Pädagogik und für engere Zusammenarbeit mit Familien sowie Akteuren im Sozialraum.
Kompetenzzentren und wissenschaftliche Begleitung
Die Kitas sollen sich zu regionalen Anlaufstellen entwickeln, die inklusive Modelle zur Begabungsförderung erproben. Wissenschaftlich unterstützt wurde das Projekt vom Institut für Theorie und Empirie des Sozialen (ITES) unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Cloos.
Prof. Dr. Kai‑Uwe Kühnberger vom nifbe hob hervor, wie wichtig es sei, Talente früh zu entdecken und wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu übertragen. Für Dr. Ingmar Ahl von der Karg‑Stiftung zeigt das Projekt, dass die Frage, ob Begabungen erkannt werden, nicht vom sozialen Hintergrund abhängen dürfe.
Fortwirken der Ergebnisse
Die Initiatoren betonen, dass Netzwerke und erprobte Ansätze nicht mit dem Projektende verschwinden sollen. Die in den vier Jahren gewonnenen Erfahrungen sollen Impulse für eine begabungsgerechte frühkindliche Bildung in Niedersachsen liefern.
Ein Teil der Dokumentation ist als Filmdokumentation verfügbar; darin kommen Fachkräfte, Projektpartner und auch Aladin El‑Mafaalani zu Wort. Das Projekt lief von 2022 bis 2026 und wurde mit rund 650.000 Euro gefördert; zusätzlich unterstützte die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung finanziell.
Weitere Informationen und die Filmdokumentation sind online abrufbar, unter anderem auf den Seiten der Karg‑Stiftung und auf YouTube.











