Mutmaßlicher Betreiber angeklagt: Darknet-Marktplatz Archetyp Market gerät ins Visier

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Laut einer Pressemitteilung des BKA vom 3. August 2026 hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main (ZIT) Anklage gegen einen 31‑jährigen Deutschen erhoben. Der Mann wird beschuldigt, Gründer und Administrator des Darknet‑Marktplatzes Archetyp Market gewesen zu sein – einer Plattform, auf der nach Ermittlungen massenhaft illegale Betäubungsmittel gehandelt wurden.

Anklagepunkt und Zuständigkeit

Die Strafverfolgung richtete ihre Klage an die Große Strafkammer des Landgerichts Frankfurt am Main. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, die Ausrichtung des Marktplatzes bestimmt und die technische Infrastruktur für Anbieter betrieben und gepflegt zu haben.

Nach Darstellung der Ermittler ermöglichte diese Infrastruktur Verkäufern, illegale Waren anzubieten. Zudem soll der Angeklagte über ein Plattform‑Treuhandsystem an den Verkaufserlösen beteiligt gewesen sein.

Ausmaß der Geschäfte

Die Ermittlungen beziffern die Geschäftstätigkeit im Zeitraum von November 2022 bis zur Abschaltung im Juni 2025. In dieser Zeit seien rund 2,3 Millionen Bestellungen abgewickelt worden, mit einem Umsatzvolumen von etwa 330 Millionen Euro.

Beutel mit verschiedenen Drogen und beschlagnahmtes Material als stellvertretende Darstellung
Beschlagnahmte Drogenmengen geben einen Eindruck vom Umfang des Handels.

Die Behörden nennen konkrete Mengenangaben: Insgesamt wurden demnach etwa 6,9 Tonnen unterschiedlicher Betäubungsmittel sowie rund 3,2 Millionen Pillen und 2,2 Millionen Tabs gehandelt. Hinzu kommen etwa 326 Liter flüssiger Substanzen.

Welche Stoffe betroffen waren

Zu den auf dem Markt gehandelten Wirkstoffen zählen unter anderem Kokain, Heroin, Crystal Meth, Fentanyl und Crack. Außerdem wurde ein breites Spektrum an Cannabisprodukten, Arzneimitteln, Dopingmitteln und sogenannten Neuen psychoaktiven Stoffen (NPS) angeboten.

Nutzer, Verkäufe und Moderation

Zum Zeitpunkt der Abschaltung waren auf der Plattform mehr als 600.000 Kundenkonten registriert. Verkäufer boten laut Behörden rund 17.000 Verkaufsangebote an; als Anbieter traten über 3.000 professionelle Verkäufer auf.

Symbolische Darstellung zahlreicher Nutzerkonten auf einem Bildschirm
Registrierte Konten und Verkaufsangebote auf einem Marktplatz im Darknet.

Intern habe das Angebot zeitweise von bis zu neun Moderatoren betreut werden müssen, heißt es in der Mitteilung.

Zahlungsverkehr und Provision

Die Abrechnung der Transaktionen erfolgte demnach überwiegend in der Kryptowährung Monero. Verkäufe liefen über ein treuhänderisches System der Plattform, das Zahlungen bis zur Freigabe durch den Käufer hielt.

Der Beschuldigte soll an den Erlösen beteiligt gewesen sein und eine prozentuale Gebühr in Höhe von rund fünf Prozent der Verkaufssummen erhalten haben.

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