Großer Wohnungsbauer meldet Insolvenz – sind Tausende Neubauwohnungen gefährdet?

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Der Kölner Projektentwickler Pandion hat vor wenigen Tagen Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die Entscheidung stellt zahlreiche Großbaustellen in Deutschland — darunter mehrere Wohnbauvorhaben in Berlin — vor erhebliche Unsicherheiten.

Ausmaß der Krise

Nach Angaben des Unternehmens sind neben der Muttergesellschaft fünf weitere Gruppengesellschaften betroffen. Etwa 160 Beschäftigte blicken nun auf unklare Arbeitsplatzperspektiven.

Anonymisierte Bauarbeiter auf einer Großbaustelle
Rund 160 Beschäftigte blicken nach der Insolvenzanmeldung auf unsichere Perspektiven.

Pandion weist darauf hin, dass die Gruppe derzeit an rund 3.800 Wohnungen sowie an circa 200.000 Quadratmetern Bürofläche beteiligt ist. Das Verkaufsvolumen der laufenden Projekte wird mit mehr als 4,8 Milliarden Euro beziffert. Als Grund für den Insolvenzantrag nennt das Unternehmen anhaltende Liquiditätsprobleme.

Vorherige Zahlungsschwierigkeiten

Anfang August hatte Pandion bereits erklärt, eine fällige Zinszahlung auf eine Unternehmensanleihe vorübergehend nicht leisten zu können. Ursache sei eine unerwartete Liquiditätslücke durch den Rückzug eines Finanzierungsbausteins eines Partners.

Betroffene Projekte in Berlin

In Kreuzberg arbeitet Pandion am Wohnprojekt PANDION LVL UP am Halleschen Ufer. Die Bauarbeiten hatten im Frühjahr begonnen; geplant sind 138 Wohnungen. Die Fertigstellung war für Ende 2027 vorgesehen.

Baustelle am Halleschen Ufer mit Kränen und Rohbauten
Das Projekt PANDION LVL UP am Halleschen Ufer in Kreuzberg soll 138 Wohnungen bieten.

In Friedrichshain entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Böhmischen Brauhauses das Quartier PANDION MIDTOWN. Dort sollen in vier Abschnitten rund 430 Eigentumswohnungen entstehen. Drei Abschnitte sind bereits abgeschlossen, der vierte sollte ursprünglich noch in diesem Jahr bezugsfertig werden.

Projekte am Hauptsitz in Köln

Der Firmensitz im Kölner Mediapark ist ebenfalls Startpunkt größerer Bauvorhaben. In Ehrenfeld plant Pandion auf dem ehemaligen Max‑Becker‑Areal ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnungen, Büroflächen und ergänzenden Angeboten. Das Unternehmen beschreibt das Projekt als neues Stadtquartier, das Wohnen und Arbeiten verbinden soll.

Geschäftsbetrieb und Perspektiven

Trotz der Insolvenzanmeldung soll der Betrieb zunächst weiterlaufen. Pandion will die laufende Restrukturierung im Rahmen der Eigenverwaltung fortsetzen und das Unternehmen langfristig sanieren.

Nach eigenen Angaben sind die laufenden Bauvorhaben nicht automatisch gestoppt: Wo möglich, sollen Projekte mit den jeweiligen Projekt- und Finanzierungspartnern fortgeführt werden. Für die Beschäftigten wurde eine kurzfristige Absicherung genannt: Löhne und Gehälter für August, September und Oktober sollen durch eine Insolvenzgeldvorfinanzierung der Bundesagentur für Arbeit gesichert werden.

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