Galerien und Ausstellungen

Die Temporäre Kunsthalle Berlin stellt mit Carsten Nicolais autoR ihr drittes von insgesamt drei Fassadenprojekten vor. Zugleich eröffnet die umfangreiche Gruppenausstellung squatting. erinnern, vergessen, besetzen.

Eröffnung squatting und autoR

squatting. erinnern, vergessen, besetzen
02. April – 24. Mai 2010
Eröffnung: 01. April 2010, 21 Uhr

Die Temporäre Kunsthalle führt damit die fünfteilige Ausstellungsreihe fort, in der sie von Künstlern kuratierte Projekte realisiert und sich mit der Vielfalt und Vielschichtigkeit des Kunstproduktionsstandortes Berlin befasst.

squatting zeigt 22 Werke von siebzehn Künstlern in einer Inszenierung, die den Besucher in ein zumeist ernstes, manchmal vergnügliches, immer aber intensives Gespräch mit der Kunst verwickeln will. Die Ausstellung nimmt ein nicht nur rückwärts gewandtes Erinnern zum Ausgangspunkt. Diese aktive Form des Erinnerns – und Vergessens – wird als ein gesamtgesellschaftliches Bedürfnis und als eine Grundlage für die Produktion und Rezeption von Kunstwerken verstanden.
squatting führt künstlerische Werke zusammen, die Erinnerung thematisieren und Erfahrungen mit Orten, Situationen, Menschen und Handlungen verarbeiten. Die gezeigten Kunstwerke besetzen einen Raum (die Temporäre Kunsthalle), dessen Standort (der Schlossplatz) wiederum mit politischen Erinnerungen und ideologischen Zugriffen belegt ist.


Sport und Mode in Italien um 1930 –Zeichnungen von Ottorino Mancioli

Kabinettausstellung vom 18. März bis 20. Juni 2010 im Bröhan-Museum

Der italienische Künstler Ottorino Mancioli (1908-1990) hat in einzigartiger Weise das moderne gesellschaftliche Lebensgefühl der römischen 1920er und 1930er Jahre festgehalten. Mit dynamischem, bewegtem Zeichenstrich erfasste er „Typen“, Frauen wie Männer, die dem eleganten Zeitgeist jener Jahreentsprachen.

Mancioli konzentrierte sich im Sinne eines Beobachters auf jene zwei Bereiche, die ihm besonders charakteristisch erschienen: Mode und Sport. Die Kabinettausstellung im Bröhan-Museum zeigt 42, zum Teil großformatige Temperablätter, Pastelle und Zeichnungen mit denen Mancioli eine plakative Ansicht von modernità entwirft.

Die Nähe zur Werbegrafik wird hierbei deutlich, Manciolis große Plakate zu Sportereignissen passen ästhetisch in diesen Kontext. Bewegung, Kraft und Ausdauer verschmelzen visuell zur Chiffre von Modernität.
Mancioli, der selbst ein begeisterter Flieger und Tennisspieler war, umkreist mit seinen Zeichnungen jene beiden Gebiete, die ihm persönlich viel bedeuteten. Geschmack und Stil verdeutlichen sich in der Darstellung der eleganten Welt, Dynamik und Kraft zeigen sich in den Sportmotiven. In den zahlreichen Zeichnungen von Tänzerinnen gehen beide Themenkreise eine Symbiose ein, exemplarisch zu sehen in der Figur der Tänzerin Josephine Baker. Diese Blätter sind nicht nur Zeitzeugnisse für die italienische Stimmung der späten 1920er und frühen 1930er Jahre, sondern sie entsprechen durchaus auch dem internationalen Zeitgeist, der sich damals ganz besonders in Berlin manifestierte. Manciolis Modedarstellungen, die sich auf die Person, den Habitus und die „äußere Hülle“ richten, sind zunächst dokumentarisch, negieren jegliches soziale Umfeld und geben allein der Figur Präsenz durch die Ausstattung der passenden Kleidung: Sei es das Strandleben, gesellschaftliche Anlässe, Vergnügungen oder aber die elegante Straßenkleidung. Die Personen werden über den modischen Charakter hinaus zu Bedeutungsträgern jener Jahre, die die hybride Zeitstimmung der italienischen 30er Jahre widerspiegeln. Das Gebiet des Sports imWerk von Mancioli zeigt noch deutlich die Wurzeln des Futurismus. Die Verherrlichung von Körperkraft, das pathetische Wir-Gefühl einer Mannschaft, dargestellt mit den Mitteln
der Abstraktion, entsprachen dem modernen Zeitgefühl, das in der Symbiose von futuristischer Attitüde undder politischen Bewegung des „fascismo“ zusammen fand. Die Präsentation der grafischen Blätter wird ergänzt durch internationale Art Deco-Objekte aus dem Besitz des Bröhan-Museums, auf denen sich eine verwandte Thematik finden lässt: Sportler, Tänzerinnen, Modedamen in Porzellan, als Glasdekore oder aber als eigene Skulpturen. Für das Bröhan-Museum mit seinem Sammlungsschwerpunkt der 1920er und 1930er Jahre ist die Ausstellung eine besondere Gelegenheit, eine
weitere künstlerische Facette dieser Dekade zu zeigen.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Italienischen Kulturinstitut Berlin und der Associazione
Culturale Carismarte. Es findet ein Rahmenprogramm statt. Weitere Informationen: www.broehan-museum.de

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, deutsch/italienisch, 80 Seiten, 42 farbige Abb., 9 s/w-Abb. zum Preis von 10,-€
Kuratoren: Dott.ssa Laura Rességuier Mancioli in Zusammenarbeit mit Dr. Ingeborg Becker

Öffnungszeiten:
Di bis So von 10 bis 18 Uhr, an allen Feiertagen geöffnet
Eintritt: 6,- €, erm. 4,- € (inkl. Eintritt Dauerausstellung), jeden ersten Mittwoch im Monat Eintritt frei

Kommentare

Es gibt zurzeit 1 Kommentar/e zu dem Beitrag.

  1. Am 12.Apr 2010 schrieb AB:

    Ihre Seite ist ein Traum. Bitte weiter so….

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