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Trotz hoher Ausbildungsbereitschaft unter Jugendlichen bleiben in Berlin nach IHK-Angaben noch Tausende Lehrstellen unbesetzt. Neue Erhebungen der Industrie- und Handelskammer zeigen, wo die Vermittlung hakt und warum bezahlbarer Wohnraum für Betriebe zunehmend Teil ihrer Personalstrategie wird.
1. Nachfrage ist da – das Matching nicht
Viele junge Menschen wollen eine duale Ausbildung beginnen. Die IHK-Umfragen bestätigen diese Grundbereitschaft, doch Stellen bleiben frei, weil das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage nicht klappt.

Probleme treten vor allem bei der passgenauen Vermittlung auf: Bewerberinnen und Bewerber suchen andere Berufe als die Unternehmen anbieten, oder die Erwartungen an Arbeitszeit, Aufgaben und Qualifikation weichen deutlich voneinander ab.
2. Qualifikations- und Erwartungslücken
Ein wiederkehrendes Thema in der Erhebung ist die Differenz zwischen dem, was Betriebe wünschen, und dem, was Jugendliche mitbringen. Dabei geht es sowohl um fachliche Kenntnisse als auch um soziale Kompetenzen wie Zuverlässigkeit und Kommunikationsfähigkeit.
Unternehmen beklagen teils unvollständige Bewerbungsunterlagen oder fehlende Praxisorientierung in schulischen Abschlüssen. Für Ausbildungsbetriebe bedeutet das zusätzlichen Aufwand bei der Auswahl und Einarbeitung.
3. Wohnraum als Wettbewerbsfaktor
Die IHK-Analysen heben hervor, dass die Wohnsituation in Berlin inzwischen Einfluss auf die Ausbildungsentscheidung hat. Bezahlbare Unterkünfte in Nähe von Ausbildungsbetrieben erleichtern die Rekrutierung deutlich.

Für manche Firmen ist der Mangel an Zugänglichkeit zu geeignetem Wohnraum so gravierend, dass sie ihn in ihre Personalplanung einbeziehen – etwa durch Unterstützung bei der Wohnungssuche oder Kooperationen mit Wohnungsanbietern.
4. Prozesse und Zugang für Bewerber
Digitale Bewerbungswege, transparente Ausbildungsangebote und klare Informationen über Anforderungen wirken sich nachweislich auf die Zahl passender Bewerbungen aus.
Die IHK weist darauf hin, dass unübersichtliche Anzeigen und komplizierte Bewerbungsverfahren viele Interessenten abschrecken. Einfachere Abläufe und gezielte Ansprache könnten den Zugang verbessern.
5. Image und Information über Ausbildungsberufe
Schließlich spielen Wahrnehmung und Wissen eine Rolle: Manche Berufe leiden unter Imageproblemen oder sind in der öffentlichen Darstellung wenig präsent. Jugendliche wählen daher häufiger bekannte oder medial präsente Wege.
Ausbildungsbetriebe sowie Kammern sehen hier Handlungsbedarf bei Berufsorientierung in Schulen und bei Informationskampagnen. Bessere Orientierung würde helfen, Erwartungen zu justieren und mehr geeignete Bewerbungen zu generieren.
Was das für Auszubildende und Betriebe bedeutet
Für junge Bewerberinnen und Bewerber heißt das: Praktische Erfahrungen, vollständige Bewerbungsunterlagen und realistische Berufsinformationen verbessern die Chancen.
Unternehmen sind gefordert, ihre Angebote klarer zu kommunizieren, Bewerbungsprozesse zu modernisieren und, wo nötig, kreative Lösungen für Wohnraum und Einarbeitung zu finden. Die IHK-Erhebung legt nahe, dass solche Maßnahmen das Matching merklich erleichtern könnten.











