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Verkaufsoffene Sonntage sorgen in Berlin weiterhin für Debatten. Das Interior‑Design‑Kaufhaus in der Kantstraße beteiligt sich nach mehreren Jahren Pause wieder an einer Sonntagsöffnung – Center Managerin Stephanie Salziger nennt als Begründung das Bedürfnis des Handels, Besucher mit konkreten Anlässen in die Innenstädte zu bringen.
Ein wiederkehrendes Streitthema
Ob Sonntagsverkäufe zulässig sein sollen, bleibt ein politisch und gesellschaftlich umstrittenes Thema in Berlin. Kritiker bringen Arbeitszeitfragen und den Schutz des Sonn‑ und Feiertags als Gründe dagegen an, Befürworter verweisen auf Konsumentenwünsche und die Stärkung des stationären Handels.
Für Ladenbetreiber stellen solche Öffnungen Gelegenheit und Herausforderung zugleich dar. Sie können kurzfristig Kundenfrequenz erzeugen, aber nur wenn das Angebot über reines Öffnen hinausgeht.
Wieder dabei nach langer Pause
Das Kaufhaus in der Kantstraße hatte Sonntagsöffnungen mehrere Jahre ausgesetzt. Nun wird die Teilnahme wieder aufgenommen.

Salziger erklärt, dass Händler heute mehr liefern müssen als nur geöffnete Türen. Nur zielgerichtete Aktionen, thematische Programme oder besondere Anlässe locken Menschen in die Einkaufszentren und schaffen einen echten Anreiz für einen Sonntagsbesuch.
Veranstaltungskontext: ein doppeltes Jubiläum
Die Sonntagsöffnung ist Teil eines Veranstaltungsrahmens, der ein doppeltes Jubiläum aufgreift. Ein zentrales Element dieses Rahmens ist das 20‑jährige Bestehen der Auszeichnung „UNESCO City of Design“. Die Verbindung zu kulturellen Feiern soll dem Handel zusätzlichen Zug verleihen.

Solche Kooperationen zwischen Kulturformaten und Einzelhandel dienen nach Ansicht der Verantwortlichen dazu, Kunden ein spezielles Erlebnis zu bieten. Dabei geht es nicht nur um Umsatz an einem Tag, sondern um Wahrnehmung und Imagebildung.
Was Händler konkret tun müssen
Aus Sicht des Centers ist ein reines Offenhalten der Geschäfte nicht mehr ausreichend. Entscheidend sind laut Salziger klar kommunizierte, sichtbare Aktionen, die einen Besuch lohnenswert machen.
Das kann etwa ein kuratiertes Programm, Sonderpräsentationen oder ein Event sein, das zur jeweiligen Zielgruppe passt. Solche Formate geben Menschen einen Grund, extra in die Kantstraße zu kommen statt online zu shoppen.
Folgen für Innenstadt und Besucher
Sonntagsöffnungen können kurzfristig für mehr Publikumsverkehr sorgen. Langfristig hängt ihr Nutzen aber von der Qualität der Angebote ab.
Für Anwohner und Beschäftigte bleiben dagegen Fragen offen: Arbeitszeiten, Lärmbelastung und Verkehrsaufkommen sind Aspekte, die kommunal geregelt und gesellschaftlich diskutiert werden müssen.
Zwischen Event und Alltag
Der Erfolg einer Sonntagsöffnung dürfte davon abhängen, ob Handel und Veranstalter es schaffen, die Aufmerksamkeit nachhaltig zu nutzen. Ein einmaliges Jubiläum kann Besucher anlocken. Entscheidend bleibt aber, ob daraus wiederkehrende Besucherbeziehungen entstehen.











