Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
Das traditionsreiche Ecklokal am Ludwigkirchplatz ist wieder geöffnet: Das Kuchel Eck, seit 126 Jahren Teil von Wilmersdorfs Kneipenszene, hat einen neuen Wirt. Josef Laggner, ein in Berlin aktiver Gastronome österreichischer Herkunft, setzt auf Bewahrung statt Verwandlung.
Ein Alt-Berliner Kneipenstück bleibt erhalten
Wer das Kuchel Eck betritt, findet die vertraute Mischung aus Zeitlosigkeit und Nachbarschaftsatmosphäre vor. Die Einrichtung wirkt nicht aufpoliert, und das Publikum reicht von älteren Paaren am Fenster bis zu Geschäftsleuten am Tresen.

Die Wiedereröffnung zeigt: Dieses Ecklokal ist keine Erlebnisgastronomie geworden. Stattdessen bleibt es ein Ort für unkomplizierte Abende — genau das, was viele Besucher schätzen.
Der Wirt: ein großer Name der Szene
Josef Laggner betreibt bereits mehrere bekannte Betriebe in Berlin, darunter das Lutter & Wegner am Gendarmenmarkt und die Fischerhütte am Schlachtensee. Zu seinem Portfolio zählen außerdem zwei Augustiner-Gaststätten sowie Standorte außerhalb der Hauptstadt in Leipzig, Potsdam und auf Usedom.
Bei der Neuauflage des Kuchel Ecks blieb Laggner dem typischen Eckkneipen-Charakter treu. Er bringt Elemente seiner Herkunft und Erfahrung ein, ohne das Lokal grundlegend zu verändern — etwa durch das Ausschank von Augustiner aus gefrosteten Gläsern.
Speisen, Getränke und Atmosphäre
Auf der Karte stehen klassische Gerichte wie Currywurst, Klopse und ein Meerrettichschnitzel. Die Küche verbindet Berliner und süddeutsche Einflüsse; sie ist bewusst bodenständig, nicht auf Fine Dining ausgelegt.

Am Zapfhahn dominieren bekannte Biere, kein Craft-Bier-Trend dominiert das Angebot. Genau das trägt zur Stimmung bei: Ein Ort, an dem man eher länger sitzt, als nur ein Instagram-Foto zu machen.
Kneipenleben in Berlin: Revival und Risiko
Die Berliner Kneipenszene hat sich verändert, trotzdem erleben viele traditionelle Treffpunkte eine Renaissance. Beispielhaft sind Renovierungen und Neubelebungen wie das Willi Presch in Prenzlauer Berg oder der Tresen-Treff in Wilmersdorf, die jüngere Betreibergenerationen anziehen.
Gleichzeitig warnt Laggner vor Gefahren für die Kneipenkultur. Er sagt: „Kneipen sind wichtige soziale Begegnungsstätten, die Menschen unabhängig von ihren politischen Ansichten ins Gespräch bringen. Gehen diese Räume verloren, wächst die Gefahr von Polarisierung und gegenseitiger Entfremdung.“
Praktische Angaben
Kuchel Eck, Ludwigkirchplatz 1, Wilmersdorf. Geöffnet täglich ab 12 Uhr; weitere Informationen online verfügbar.












