Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Komische Oper März 2010
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny gilt als politische Parabel, opern-ästhetischer Diskurs, Analyse der Funktionsmechanismen menschlicher Zivilisation, gnadenlose Bestandsaufnahme des Zustands menschlicher Beziehungen unter der Herrschaft des Marktes. Das Werk ist all dies, und doch viel mehr: eine der erfolgreichsten Opern des zwanzigsten Jahr-hunderts und ein grandioser Theaterspaß von verblüffender Kraft und Aktualität.
Wenn man von der Polizei verfolgt wird, muss man viel Geld haben, um die Ordnungsmacht des Staates zu bestechen. Wenn man keins hat, muss man welches machen. Drei Gangster handeln nach dieser Erkenntnis und errichten mitten im Nirgendwo die Paradiesstadt Mahagonny, wo die Menschen ihr Glück finden und ihr Geld ausgeben sollen. Aber das Unternehmen würde scheitern, wenn nicht Jim Mahoney, ein einfacher Holzfäller aus Alaska, das Gesetz der menschlichen Glückseligkeit finden würde: Der Mensch muss alles dürfen dürfen – sich bis zum Platzen voll- fressen, exzessiv Sex haben, sich im Boxkampf als echter Mann erweisen, sich bis zum Umfallen besaufen. Mahagonny boomt, die Gangster werden reich, aber Jim hat ein viel wichtigeres Gesetz übersehen: Man darf nun zwar alles, aber man muss es bezahlen können. Er kann es nicht und wird hingereichtet, »wegen Mangel an Geld, was das größte Verbrechen ist, dass auf dem Erdenrund vorkommt.«
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