Gladbach steht vor neuem „Scheißjahr“ – Leipzig verliert an Boden

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Die Bundesliga-Saison 2026/27 steht vor der Tür. Im dritten Teil unserer Vorschau schauen wir auf Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen und RB Leipzig – wo liegen Chancen, Risiken und die realistischen Tabellenplätze?

Borussia Mönchengladbach

Gladbach erlebte zuletzt einen nervenaufreibenden Saisonabschluss und landete am Ende nur auf Platz zwölf. Präsident Rainer Bonhof sprach öffentlich von einem schwierigen Jahr voller Unsicherheiten.

Trainer

Im September übernahm der frühere Profi Eugen Polanski zunächst interimsmäßig für Gerardo Seoane und erhielt später einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028. Sportchef Rouven Schröder lobte Polanskis Auftreten und Charakter als Entscheidungsgrund.

Die Ergebnisse blieben allerdings wechselhaft. Als Interimscoach holte Polanski im Schnitt 1,38 Punkte pro Spiel, nach der Vertragsex­tension sanken die Werte auf 1,16 Punkte. Das reichte, um den Klassenerhalt zu sichern, machte ihn aber nicht zum eindeutigen Hoffnungsträger für einen dauerhaften Aufschwung.

Kader

Die Vorbereitung wurde von zwei schweren Verletzungen überschattet. Neuzugang Yukhim Konoplya (von Shakhtar Donetsk) zog sich in einem Testspiel einen Innenbandriss zu und fehlt weiterhin. Kurzfristig kam Daiki Hashioko aus Prag als Ersatz. Zudem fällt Mittelfeldspieler Jens Castrop nach einer Schulterverletzung monatelang aus.

Verletzter Spieler am Spielfeldrand mit Betreuern
Schwere Verletzungen haben Gladbachs Vorbereitung belastet.

Gleichzeitig gab es Hoffnung: Rückkehrer Ko Itakura (Ajax) soll die Defensive stabilisieren, nach Angaben aus dem Klub für rund 3,5 Millionen Euro verpflichtet. Weitere Zugänge wie Enzo Leopold (Hannover 96), David Herold (Karlsruher SC) und Isac Lidberg (SV Darmstadt 98) sollen Kaderqualität schaffen. Offensivtalente wie Wael Mohya und der erfahrener Tim Kleindienst werden als mögliche Leistungsbringer genannt.

Sportlich und wirtschaftlich wirkte sich der Transfermarkt aus: Kapitän Rocco Reitz wechselte zu RB Leipzig (rund 20 Millionen Euro), zudem könnte der Verkauf von Nico Elvedi bis zu zehn Millionen Euro bringen. Giovanni Reyna verließ den Klub Richtung Racing Straßburg; eine dauerhafte Verpflichtung von Haris Tabakovic war finanziell nicht möglich.

Perspektive

Viele Fragen bleiben offen. Wenn Itakura, Mohya und Kleindienst ihre Erwartungen erfüllen, sind Fortschritte möglich. Gleichzeitig könnte ein weiteres durchwachsenes Jahr die Geduld der Verantwortlichen belasten.

Prognose: Platz 14

SV Werder Bremen

Werder startet mit neuem Optimismus in die Saison, nicht zuletzt wegen der Rückkehr eines vertrauten Angreifers. Doch strukturelle Schwächen sind weiterhin sichtbar.

Trainer

Daniel Thioune übernahm im Februar und konnte nun erstmals eine komplette Vorbereitung durchführen. Sein Ansatz wirkt pragmatisch, will aber nicht nur auf Ergebnissicherung setzen. Die Aufgabe bleibt, der Mannschaft wieder Konstanz zu geben.

Kader

Die Rückkehr von Niclas Füllkrug auf Leihbasis von West Ham United ist die spektakulärste Personalie. Der 33‑Jährige bringt Erfahrung, Abschlussstärke und Führungsqualitäten. Seine Verletzungsanfälligkeit ist jedoch ein offenes Risiko.

Erfahrener Stürmer jubelt nach Tor
Füllkrugs Rückkehr soll Werder mehr Stabilität im Sturm geben.

Marco Friedl bleibt Kapitän. Kurz vor Saisonbeginn wechselte Innenverteidiger Karim Coulibaly zu Racing Straßburg; der 19‑Jährige hatte sich zum Stammspieler entwickelt und brachte dem Klub Berichten zufolge etwa 20 Millionen Euro.

Sportlich wirkt der Kader ausreichend für die Bundesliga, doch die Tiefe fehlt. Bei Ausfällen wird die Belastungsgrenze schnell spürbar. Füllkrug kann als stabiler Bezugspunkt wichtig werden.

Perspektive

Für Werder geht es vorrangig um Ruhe und Stabilität. Ein Blick Richtung Europa wäre überambitioniert. Gelingt Thioune ein konstantes Jahr, bleiben größere Abstiegsängste aus.

Prognose: Platz 13

RB Leipzig

Beim Tabellen-Dritten gab es einen lauten Sommer: Personalwechsel, hohe Ablösen und ein Neuanfang auf der Trainerbank prägten die Transferperiode.

Trainer

Nach dem Abgang von Ole Werner installierten die Leipziger Martín Demichelis als neuen Cheftrainer. Der Argentinier kehrt aus Spanien zurück; RCD Mallorca erhielt Berichten zufolge eine Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro, nachdem der Klub in der abgelaufenen Saison früh abgestiegen war.

Die Entscheidung für Demichelis zeigt das klare Ziel Leipzigs, wieder in die Champions League zu kommen. Der Wechsel birgt aber auch ein Risiko: Sollte das Saisonziel ausbleiben, dürfte die Transferdebatte erneut aufflammen.

Kader

Der Abgang von Yan Diomande zu Real Madrid brachte Leipzig eine Rekordablöse, die Summe wird mit bis zu 140 Millionen Euro berichtet. Gleichzeitig investierten die Roten Bullen in neue Spieler: Maxime Estéve kam für angeblich rund 25 Millionen Euro vom FC Burnley, Rocco Reitz kostete etwa 20 Millionen Euro. Torwart Peter Gulacsi verließ den Klub nach elf Jahren; Maarten Vandevoordt ist der neue Stammkeeper.

Leipzig zählt weiterhin zu den bestaufgestellten Teams der Liga, will den Kader aber gleichzeitig verschlanken und punktuell aufrüsten. Ein weiterer Faktor: Wunschspieler wie Said El Mala blieben beim 1. FC Köln.

Perspektive

Sportlich bleibt Leipzig ein Kandidat für die oberen Ränge. Der neue Trainer bringt frischen Wind, doch das dichte Rennen um die Champions-League-Plätze macht ein sicheres Vorrücken schwierig.

Prognose: Platz 5

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