Oberliga-Klub Krieschow: Kleinstes DFB-Pokal-Dorf fordert Mainz heraus

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Ein Dorf im Ausnahmezustand: Im 550-Einwohner-Ort Krieschow richtet sich alles auf ein einmaliges Fußballereignis aus. Der Oberligist VfB Krieschow trifft in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den Bundesligisten FSV Mainz 05 – das kleinste Dorf, das je in diesem Wettbewerb vertreten ist, mobilisiert dafür seine ganze Kraft.

Großer Aufwand für ein historisches Spiel

Seit der Auslosung hat sich das Leben im Ortsteil der Gemeinde Kolkwitz spürbar verändert. Freiwillige errichteten Tribünen für rund 4000 Zuschauer, zusätzlich wurden Kameraturme für die TV-Übertragung aufgebaut. Normalerweise finden im Sportpark des Vereins bei Oberligaspielen etwa 250 Zuschauer Platz.

Freiwillige bauen provisorische Tribünen an einem kleinen Fußballplatz
Freiwillige schaffen Sitzplätze: Provisorische Tribünen für Tausende Zuschauer wurden aufgebaut.

Dennoch entschieden sich die Verantwortlichen bewusst dagegen, die Partie in das größere Stadion des Zweitliga-Aufsteigers Energie Cottbus zu verlegen, obwohl Krieschow das Landespokalfinale gegen Cottbus überraschend mit 2:1 gewonnen hatte. Stattdessen will der Verein das eigene Gelände für den Pokalabend herrichten – auch um die Atmosphäre im Ort zu bewahren.

Logistik, Kosten und Ticketverteilung

Die Teilnahme an der ersten Pokalrunde bringt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch Geld: Von den für Krieschow bereitstehenden 211.886 Euro fließt ein großer Teil in die Umbauten und technische Infrastruktur. Etwa 1000 Karten gingen an den Gastverein aus Mainz.

Ortsvorsteherin Jeannine Mau schilderte die Nachfrage vor dem Spiel als überwältigend. Beim ersten Vorverkauf habe sich eine Schlange gebildet, „wie zu tiefsten DDR-Zeiten“, berichtete sie.

Spieler, Trainer und die Stimmung vor dem Anstoß

Trainer Robert Koch spricht von einer ungewöhnlichen Aufmerksamkeit: Medienrummel und örtliche Vorbereitungen hätten die vergangenen Wochen bestimmt. Für den Übungsleiter ist das Erstrunden-Spiel das bisher größte Ereignis in der Vereinsgeschichte.

Trainer im Kreis mit Spielern vor einem Amateurspiel auf dem Vereinsgelände
Trainer Robert Koch in der Vorbereitung: Die Mannschaft wirkt fokussiert und kämpferisch.

Stürmer Andy Hebler bleibt dennoch gelassen und zeigt sich kämpferisch. Er verwies auf den langen Vorbereitungszeitraum und scherzte über mögliche Tricks, um dem Bundesligisten die Reise unangenehm zu machen. Zugleich betonte er, man wolle ein „guter Gastgeber“ sein und die wenigen Chancen, die sich ergeben, nutzen. Seine realistische Einschätzung der Siegchancen blieb vorsichtig: „Vielleicht ein Prozent, zwei Prozent“, sagte er.

Hebler wird das Spiel zudem mit persönlichem Bezug erleben: Sein Sohn darf als Einlaufkind mit aufs Feld und hofft darauf, sich später im Fernsehen wiederzusehen. Der Angreifer plant, die Partie aufzuzeichnen und wohl noch einige Male anzusehen, ganz gleich wie das Ergebnis ausfällt.

Letzte Handgriffe am Rasen

Platzwart Benno Neupetsch überwacht die Arbeiten am Spielfeld minutiös. Seit der Auslosung kontrolliert er täglich den Zustand des Rasens, um Unebenheiten zu beseitigen und die Fläche spielfertig zu kriegen. Spieler und Verantwortliche berichten, Neupetsch habe in den Wochen vor dem Spiel kaum geschlafen.

Trainer Koch und seine Mannschaft zeigen sich kämpferisch. „Wir wollen nicht kampflos antreten“, sagte der 40-jährige Coach, und schließt eine Überraschung nicht aus. Das Spiel findet am Sonntag um 15.30 Uhr statt und wird von Sky übertragen.

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