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Die EU verschärft die Kennzeichnung für Mischhonige: Ab dem 14. Juni müssen alle Herkunftsländer und ihre Anteile deutlich auf dem Vorderetikett stehen. Verbraucherinnen und Verbraucher können damit auf einen Blick sehen, aus welchen Staaten ein Honiggemisch stammt.
Was genau ändert sich?
Bisher genügte oft eine pauschale Angabe wie „Mischung aus EU- und Nicht-EU‑Ländern“. Diese Formulierung wird abgeschafft. Künftig ist für jede Mischabfüllung auf dem vorderen Etikett anzugeben, welche Länder beteiligt sind und welchen Anteil sie am Gesamtprodukt haben.

Reaktionen aus der Imkerschaft
Der Deutsche Imkerbund begrüßt die Neuregelung. Dessen Präsident Torsten Ellmann betont, Käufer sollten klar erkennen können, woher Honig stammt. Außerdem sieht der Verband in der detaillierten Kennzeichnung einen Schritt hin zu besserer Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette.
Hintergrund der Debatte sind wiederholte Kritikpunkte an Lieferungen aus bestimmten Ursprungsländern. Insbesondere China steht in der Kritik, nachdem eine EU-Kontrollaktion problematische Warensendungen offenbarte. Der Imkerbund hatte sich laut eigenen Angaben über Jahre für transparentere Kennzeichnungen eingesetzt.
Übergangsregeln und Ausverkauf alter Bestände
Die Neuregelung greift zwar ab dem 14. Juni, doch im Handel bleibt Altes noch eine Weile sichtbar. Produkte, die bereits nach der alten Kennzeichnung etikettiert wurden, dürfen weiterhin in Verkehr gebracht werden. Erst mit dem Ausverkauf dieser Bestände werden die neuen Etiketten flächendeckend sichtbar.
Was ändert sich für Verbraucherinnen und Verbraucher?
Für Käufer bedeutet die Umstellung vor allem mehr Klarheit beim Einkauf. Wer Wert auf regionale oder ausschließlich EU‑landwirtschaftliche Herkunft legt, kann das künftig leichter prüfen. Die Angabe der Anteile hilft zudem, Mischungen genauer einzuschätzen – etwa wenn ein großer Anteil aus einem Drittland stammt.

Der Blick aufs Produkt: Honig bleibt ein Naturerzeugnis
Abseits der Herkunftskennzeichnung bleibt die Vielfalt von Honig unverändert. Je nach Tracht, Boden und Wetter ergeben sich unterschiedliche Aromen – von mildem Raps bis zu kräftigem Waldhonig. Ähnlich wie bei Wein kann sich der Charakter eines Jahrgangs verändern; das ist Teil des natürlichen Produkts.
Veranstaltungshinweis
Am Freitag, den 19. Juni, findet ab 19:30 Uhr ein Online‑Seminar zu Themen wie Parasitendruck und Klimawandel statt. Veranstalter sind B‑THENET und der Deutschen Imkerbund. Die Teilnahme ist nach Angaben der Organisatoren kostenlos.











