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Der Zukunftsforscher Prof. Dr. Pero Mićić hat in einem neuen YouTube-Video eine drängende Frage in den Mittelpunkt gestellt: Wie sichern Menschen künftig ihr Einkommen, wenn künstliche Intelligenz und Roboter den Großteil der Arbeit übernehmen? Seine Analyse verbindet technologische Beispiele mit politischen Forderungen – und trifft mitten in den Bundestagswahlkampf hinein.
Wer ist Pero Mićić?
Mićić gründete 1991 die FutureManagementGroup AG (FMG) und lehrt nebenberuflich als Professor für Foresight and Strategy. In seinem zweiteiligen Videovortrag baut er auf einem früheren Beitrag auf und entwickelt dort vorgestellte Szenarien weiter.
Die zentrale Frage
In dem jüngsten Beitrag stellt Mićić pointiert die Kernfrage, die seiner Ansicht nach von keiner Partei im Bundestagswahlkampf beantwortet werde: „Wovon lebst Du, wenn KI und Roboter die Arbeit machen?“
Ein frühes Praxisbeispiel
Als Beispiel für die Geschwindigkeit des Umbruchs nennt Mićić ein in China entstandenes Zentrum, in dem humanoide Roboter mit selbstlernender KI andere Roboter trainieren und in Arbeitsabläufe einbinden. Das Beispiel soll verdeutlichen, wie rasch Automatisierung neue Produktions- und Lernprozesse prägen kann.

Ansatz: Ein Masterplan für die Transformation
Mićić skizziert in dem Video keinen kurzfristigen Reparaturplan, sondern einen umfassenden Ansatz, um die digitale und robotische Transformation „menschenfreundlich“ zu gestalten. Ziel sei es, die Lebensqualität breit zu sichern, selbst wenn traditionelle Erwerbsarbeit schrumpft.

Er betont, dass es dabei nicht nur um Technik, sondern um soziale und wirtschaftliche Systeme gehe: Wie werden Einkommen verteilt? Welche staatlichen Leistungen bleiben bestehen? Und wie lässt sich Teilhabe an Wohlstand neu organisieren?
Folgen für Politik und Gesellschaft
Nach Mićićs Darstellung sind in Deutschland derzeit mehrere große Parteien schlecht auf eine solche Transformation vorbereitet. Er nennt dazu Akteure quer über das politische Spektrum und warnt, dass fehlende Konzepte zu tiefgreifenden sozialen und wirtschaftlichen Spannungen führen könnten.
Seiner Einschätzung zufolge stehen damit nicht nur einzelne Branchen, sondern die Struktur ganzer Volkswirtschaften und auch die Stabilität in Europa vor Herausforderungen, falls die Anpassungspolitik ausbleibt.
Welche Fragen gehören auf den Wahlzettel?
Mićić fordert, dass Wählerinnen und Wähler Vertreter konkret befragen. Relevante Punkte sind unter anderem:
- Welche Antworten liefert das Wahlprogramm zur künftigen Rolle von Arbeit und Kapital?
- Wie sichern Parteien das Recht auf existenzsicherndes Einkommen, wenn Erwerbsarbeit abnimmt?
- Wer trägt künftig Kosten für Versorgung, Miete und Infrastruktur, wenn traditionelle Beitragsgrundlagen schrumpfen?
- Welche Konzepte gibt es für Sozialversicherung, Renten und Pflege in einer hochautomatisierten Wirtschaft?
Mićić mahnt: Ohne klare öffentliche Debatte und politische Konzepte drohe eine Verschärfung sozialer Ungleichheiten. Die Frage, wie Einkommen in einer von KI geprägten Welt verteilt werden, sei eine der grundlegenden politischen Herausforderungen der kommenden Jahre.











