Wowereit verleiht am Freitag Verdienstorden

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit verleiht am Freitag, 1. Oktober 2010, um 11.00 Uhr im Großen Saal des Roten Rathauses den Verdienstorden des Landes Berlin an 14 verdiente Bürgerinnen und Bürger.

In diesem Jahr werden geehrt: Gerd von Brandenstein, Safter Cinar, Dr. Christine Fischer-Defoy, Nina Hoss, Dr. Reinhart Freudenberg, Kurt Lehrke, Kai-Uwe Merkenich, Dr. Arend Oetker, Ursula Pietzsch, Heinz Pietzsch, Dieter Scholz, Anita Tillmann, Norbert Tillmann und Ben Wagin.

Gerd von Brandenstein war in verschiedenen Funktionen im Unternehmen Siemens tätig, heute ist er im Aufsichtsrat der Siemens AG. Außerdem war er langjähriger Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. (UVB). Neben seiner beruflichen Tätigkeit setzt sich Gerd von Brandenstein zudem in vielfältiger Weise für kulturelle und soziale Belange ein. Er hat sich stets als Botschafter „seiner“ Stadt Berlin verstanden und das Zusammenwachsen der Regionen Berlin und Brandenburg befürwortet und gefördert.

Safter Çinar ist Sprecher des Türkischen Bundes in Berlin/Brandenburg und Migrationsbeauftragter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Daneben engagiert er sich in Vereinen und Initiativen hier lebender Migranten. Cinar ist Gründungsmitglied der Föderation türkischer Elternvereine in Deutschland, der Initiative Gleichberechtigung und Integration und des Ausländerkomitees Berlin.

Dr. Christine Fischer-Defoy ist Filmemacherin und Kulturhistorikerin. Daneben ist sie Vorsitzende des Vereins Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin, der sich mit der Geschichte von Widerstand, Verfolgung und Exil in der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt. Sie engagierte sich für die Gründung und Konzeption des Gedenkortes Topographie des Terrors.

Nina Hoss absolvierte ein Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und gehört seit 1998 dem Ensemble des Deutschen Theaters an. Neben dem Theater ist sie in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. Sie unterstützt die Aktion „Deine Stimme gegen Armut“ und ist zudem Terre-des-Femmes-Botschafterin gegen weibliche Genitalverstümmelung.

Dr. Reinhart Freudenberg ist Vorsitzender des Kuratoriums der Freudenberg Stiftung GmbH und Mitglied des Kuratoriums der CIVIS Medienstiftung GmbH. Die Freudenbergstiftung unterstützt Initiativen zur Integration von Migrantinnen und Migranten, benachteiligte Jugendliche werden auf ihrem schulischen und beruflichen Weg fördernd begleitet.

Kurt Lehrke engagiert sich seit vielen Jahren für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Stadt. Unter seiner langjährigen Führung wurde das Hotel Palace zu einer der ersten Adressen der Spitzenhotellerie in Berlin. Er öffnete sein Haus für vielfältige karitative Zwecke, machte mit seiner Unterstützung viele wichtige Projekte für die Stadt erst möglich und forderte unermüdlich ein ähnliches Engagement unter Partnern, Kollegen und Freunden ein. Als langjähriges Mitglied und Vorsitzender der AG City lag ihm die Entwicklung der West-City besonders am Herzen.

Kai-Uwe Merkenich ist Diplom-Psychologe und war von 2000 bis 2009 Geschäftsführer des Berliner Aids-Hilfe e.V. Durch seinen persönlichen Einsatz hat er wesentlich dazu beigetragen, dass im Land Berlin trotz einer haushaltspolitisch schwierigen Situation die Präventionsangebote zu HIV und Aids nicht nur erhalten, sondern weiter ausgebaut werden konnten. Er hat Events wie die Gala „Künstler gegen Aids“, den Kongress „HIV im Dialog“ und die Kunstauktion „art-collector“ entscheidend mit gestaltet und etabliert.

Dr. Arend Oetker ist Chef der Dr. Arend Oetker Holding mit dem Kerngeschäft Marmelade unter dem Markennamen Schwartau. Das Manager Magazin erklärte Oetker 2002 zu einem der „50 Mächtigsten der deutschen Wirtschaft“. Darüber hinaus ist Oetker Mitglied in verschiedenen Stiftungen und Dachverbänden, u. a. Kuratoriumsmitglied des Vereins der Freunde der Nationalgalerie, der Berliner Philharmonie und er war Vorsitzender des Vorstandes des Atlantik Brücke e. V.

Ursula und Heiner Pietzsch gehören zu den herausragenden deutschen Kunstsammlern der Klassischen Moderne. Unter dem Titel „Bilderträume“ war erstmals die umfangreiche Kunstsammlung des Ehepaares in Berlin zu sehen. Nach Ende der Ausstellung hat sich das Ehepaar Pietzsch entschlossen, 60 Meisterwerke aus der umfassenden Schau der Neuen Nationalgalerie als Schenkung zu überlassen, u. a. Gemälde und Plastiken von Max Ernst, Réne Magritte, Joan Miró, Salvador Dalí, Jackson Pollock und Ad Reinhard.

Dieter Scholz war bis 2010 Landesvorsitzender des DGB, Landesbezirk Berlin-Brandenburg. Darüber hinaus engagierte er sich im Kampf gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Nach rechtsradikalen Übergriffen in den 90er Jahren setzte er sich im DGB-Landesbezirk Berlin-Brandenburg dafür ein, gemeinsam mit anderen das „Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit“ zu gründen.

Anita und Norbert Tillmann sind in der Geschäftsführung Modemesse Premium Exhibitions. Sie haben diese jährlich stattfindende Messe etabliert, die national und vor allem international anerkannt ist. Darüber hinaus unterstützen bzw. fördern die Geschäftsführer Jungdesigner. Mit ihrem Engagement tragen sie zur Entwicklung des Mode- und Kreativstandortes Berlin bei.

Ben Wagin ist Aktionskünstler und Theatermacher. Mit seinen Projekten im Raum Berlin setzt er sich für den Erhalt der Natur und ein besseres Verhältnis und Verständnis des Menschen zur Natur und speziell den Bäumen ein. Er schuf u. a. folgende Projekte: Galerie S, das Parlament der Bäume im Regierungsviertel und den Anhalter Garten. 2005 hat er die Sonnenboten ins Leben gerufen und zusammen mit Schulen und Gemeinden rund 4 Millionen Sonnenblumenoasen geschaffen. Bundesweit ist Wagin als der „Baumpate“ bekannt geworden. Er hat von Moskau bis Vielzhofen rund 50.000 Ginkgobäume pflanzen können.

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