Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
Union Berlin hat sein erstes Pflichtspiel unter Trainer Mauro Lustrinelli mühsam bestanden: Beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig setzte sich der Bundesligist nach zweimaligem Rückstand mit 4:2 durch. Der eingewechselte Marin Ljubicic entschied die Partie mit zwei späten Toren.
Spektakel in Braunschweig: Zwei Rückstände, zwei Aufholjagden
Vor 21.532 Zuschauern brachte Max Marie die Gastgeber früh in Führung und traf erneut nach der Pause (11./54.). Union glich jeweils durch Standards aus: Zeno Van den Bosch köpfte eine Ecke zum 1:1 (31.), Tom Rothe staubte nach einer weiteren Ecke zum 2:2 ab (63.).

Der Matchwinner sollte erst von der Bank kommen: Marin Ljubicic markierte das 3:2 (72.) und machte mit seinem zweiten Treffer in der Nachspielzeit (90.+4) den Sieg perfekt. So vermied Union ein überraschendes Aus in der ersten Runde des DFB‑Pokal.
Offensive Ambitionen, defensive Lücken
Sechs Tage vor dem Bundesliga-Start gegen Eintracht Frankfurt offenbarte Union in Braunschweig noch Probleme in der Defensive. Der neue Spielansatz unter Lustrinelli ging zunächst auf Kosten der Stabilität.
Braunschweig blieb trotz des Endstands gefährlich: Noah Katterbach traf in der 36. Minute den Querbalken, Aaron Opoku bereitete über die linke Seite immer wieder Unruhe und vergab kurz nach dem 2:1 eine große Chance auf das 3:1.
Gleichzeitig zeigte sich Unions Stärke bei Standardsituationen. Rani Khedira verwies auf die Bedeutung ruhender Bälle: „Wenn man sich die Statistiken anschaut, fallen mindestens 30 Prozent der Tore nach Standards. Bei uns ist es vielleicht noch etwas mehr.“
Trainerwechsel und Einwechslungen verändern das Spiel
Lustrinellis Wechsel sorgten für die Wende. Der Coach sagte nach dem Spiel, die Mannschaft habe trotz der Rückstände Ruhe bewahrt und „einfach weitergemacht“. Durch frische Kräfte habe Union in der zweiten Halbzeit mehr Erfahrung auf den Platz gebracht und sich besser organisiert.

Torhüter Ron‑Thorben Hoffmann parierte zwischenzeitlich gegen Ilyas Ansah, gegen den Abstauber von Ljubicic war er jedoch machtlos. Braunschweig hatte durch Mehmet Aydin (87.) und Yann Sturm (90.) noch Gelegenheiten zum Ausgleich, doch Ljubicics spätes Tor entschied die Partie endgültig.
Ljubicic: persönliche Wende nach schwieriger Zeit
Für Marin Ljubicic bedeuteten die beiden Treffer eine Erleichterung nach einer belasteten Saison. Er schilderte, dass das vergangene Jahr „nicht einfach“ gewesen sei: zunächst fehlende Einsätze, dann eine Verletzung. Nun wolle er beweisen, dass er zum Klub gehöre.
Eine endgültige Entscheidung über seine Zukunft liege noch nicht vor, sagte Ljubicic, der betonte, täglich sein Bestes zu geben und auf den Trainer zu warten. Rani Khedira hob vor allem seine Einstellung hervor: „Marin ist ein einwandfreier Charakter. Auch wenn er nicht im Kader war, hat er Vollgas gegeben und nie schlechte Stimmung verbreitet. Deshalb hat er sich so ein Spiel verdient.“
BM/mit dpa











