Schlag gegen tschetschenische Cyberbetrüger

Die Berliner Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Berlin haben am Donnerstag im Rahmen von Ermittlungen gegen eine von Tschetschenen dominierte Tätergruppierung mehrere Durchsuchungsbeschlüsse und Haftbefehle wegen des dringenden Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges, der Geldwäsche, der Urkundenfälschung und des Computerbetruges in Berlin vollstreckt.

Es kam zu 17 Durchsuchungen. Dabei wurden drei Tatverdächtige festnehmen. Ein Beschuldigter, der nicht angetroffen werden konnte, wurde zur Fahndung ausgeschrieben und ein Europäischer Haftbefehl mit dem Ziel der Festnahme in Spanien erwirkt.

Eine mutmaßliche Tatbeteiligte, von der bislang nur der Spitzname bekannt war, konnten die Ermittler heute identifizieren. Sie soll morgen einem Ermittlungsrichter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden.

Die Ermittlungen richten sich gegenwärtig gegen 28 Beschuldigte, die in den ihnen bislang zur Last gelegten 90 Taten einen Schaden von mindestens 215.000 Euro verursacht haben sollen. Den Tatverdächtigen wird vorgeworfen sich über “Trojaner“ Zugang zu den PC‘s von Geschädigten verschafft und Onlinebankgeschäfte manipuliert haben.

Die aus den Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion operierenden mutmaßlichen Haupttäter im Alter zwischen 32 und 56 Jahren sollen dabei arbeitsteilig unter Verwendung der ausgespähten Kontodaten missbräuchliche Online-Überweisungen durchgeführt und die betrügerisch erworbenen Geldbeträge auf neue, eigens für diese Betrugshandlungen eingerichtete Bankkonten transferiert haben.

Bei den Durchsuchungen konnten umfangreiche Beweismittel sichergestellt werden. Unter anderem haben die Ermittler in der Wohnung eines Haupttäters in einer Spardose insgesamt 31800 Euro und 24700 Schweizer Franken und 46 Silbermünzen (Gewicht je 1 Unze) gefunden und beschlagnahmt. In einem weiteren Durchsuchungsort beschlagnahmten die Ermittler weitere 2.600 Euro und eine Einzahlerliste in russischer Sprache.

Die sichergestellten Beweismittel, darunter auch Zufallsfunde aus weiteren Straftaten im gesamten Bundesgebiet, werden ausgewertet. Die Ermittlungen dauern an.

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