Anschlag auf Polizeiwache in Friedrichshain – Gebäudereiniger im letzten Moment gerettet
Friedrichshain – Bei einem Angriff auf ein Dienstgebäude der Berliner Polizei in Friedrichshain haben mehrere Unbekannte am Montagmorgen einen Mitarbeiter einer Reinigungsfirma in Lebensgefahr gebracht.
Gegen 5 Uhr 35 hatten mehrere Vermummte Steine und Glasflaschen gegen die Fassade des Polizeiabschnitts 51 in der Wedekindstraße geschleudert. Im Bereich des Haupteingangs warfen die Personen mehrere Brandsätze, die sich auf der Zugangstreppe und im Vor- und Warteraum des Abschnittsgebäudes entzündeten.
Ein 27-jähriger Gebäudereiniger, der in diesem Moment vor der verschlossenen Tür im hell erleuchteten Vorraum auf Einlass in das Gebäudeinnere wartete, wurde von dem mannshohen Feuer eingeschlossen und musste von Polizeibeamten des Abschnitts 51 aus dem Vorraum gerettet werden. Er kam mit dem Schrecken davon.
Unmittelbar nach dem Angriff sprang der wachhabende Beamte aus einem Hochparterrefenster auf den Gehweg und nahm die Verfolgung der etwa sechs auf Fahrrädern flüchtenden Tatverdächtigen auf. An der Marchlewski- Ecke Wedekindstraße versuchte der Polizeihauptkommissar, einen Tatverdächtigen festzunehmen. Dieser konnte jedoch gleichfalls unerkannt entkommen. Der Polizeibeamte trug Verletzungen an Armen und Beinen davon.
An vier Kreuzungen, die den Gebäudekomplex des Abschnitts umgeben, hatten Unbekannte eine Vielzahl so genannter Krähenfüße auf die Fahrbahn gestreut. Die Polizeibeamten des Abschnitts haben aber die Gegenstände schnell entfernt, so dass nur wenige unbeteiligte Fahrrad- oder Autofahrer zu Schaden kamen.
Da zum momentanen Ermittlungsstand von einer politischen Tatmotivation auszugehen ist, werden die Ermittlungen wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung vom Polizeilichen Staatsschutz geführt.
Polizeipräsident Dieter Glietsch und Innensenator Dr. Ehrhart Körting verurteilten die Tat heute im Abgeordnetenhaus anlässlich der Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik. Polizeipräsident Dieter Glietsch: „Der Anschlag reiht sich ein in eine Folge von Gewalttaten gegen Polizeibeamte und Polizeieinrichtungen, die wir linksextremistischen Tätern und ihrem „Kampf gegen den Repressionsapparat“ zuordnen müssen. Die Hemmungslosigkeit, mit der hier ein Menschenleben gefährdet wurde, zeigt erneut, dass es in dieser Szene Kräfte gibt, die vor keinem Verbrechen zurückschrecken. Deshalb muss der Gewalt befürwortende Linksextremismus ebenso wie der Rechtsextremismus von allen bekämpft werden, die in unserer Gesellschaft Verantwortung tragen, nicht nur mit den Mitteln von Polizei und Justiz.“
Es werden Zeugen gesucht, die Hinweise zu der Tat oder den Tätern geben können. Hinweise, die ggf. vertraulich behandelt werden können, nimmt das Landeskriminalamt unter 4664 909025 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
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