Bekennerschreiben zu Brand-Anschlag auf Polizeiwache in Friedrichshain aufgetaucht

Zu dem am 11.04.2011 erfolgten Angriff auf das Dienstgebäude des Abschnitts 51 in der Friedrichshainer Wedekindstraße wurde jetzt ein Selbstbezichtigungsschreiben ins Internet gestellt. Auszüge au dem Originalschreiben finden Sie am Ende des Artikels. In dem mit „autonomen gruppen“ unterzeichneten Schreiben werden Behauptungen aufgestellt, die den Tatsachen widersprechen.

Behauptet wird unter anderem, keine Person sei einer direkten Gefahr ausgesetzt gewesen. Tatsächlich befand sich, wie gemeldet, ein 27-jähriger Arbeiter im Vorraum des Gebäudes und wartete auf Einlass, als in seiner unmittelbaren Nähe die von Vermummten geworfenen Brandsätze zündeten. Aufgrund der Vorgehensweise wurde die Tat durch die Staatsanwaltschaft Berlin als versuchter Mord gewertet.

Nach den bisherigen Ermittlungen wurden von den Tätern zunächst bei den auf den umliegenden Kreuzungen ausgestreuten „Krähenfüßen“ Warndreiecke aufgestellt, die sie vor den Stein-, Flaschen- und Brandsatzwürfen zur Seite räumten. Durch die „Krähenfüße“ wurden die Fahrzeuge mehrerer unbeteiligter Kraft- und Radfahrer beschädigt.
Die Ermittlungen zu dem Angriff hat zwischenzeitlich der Generalbundesanwalt an sich gezogen.

stadtmorgen.de hat das Schreiben gesichtet und listet an dieser Stelle einige Originalauszüge auf:

O-Ton zum Hergang:
„am frühen morgen des elften aprils haben wir den polizeiabschnitt in der wedekindstraße in berlin friedrichshain mit steinen farbe und brandsätzen attackiert.“

O-Ton zu den Vorwürfen des versuchten Mordes:
„gleich vorweg wollen wir klar stellen dass zum zeitpunkt als die brandsätze durch die offen stehende tür in den vorraum flogen sich der bulle bereits aus diesem entfernt hatte und somit keiner direkten gefahr ausgesetzt war. ebenso wurden die ausgelegten krähenfüße durch warndreiecke erkenntlich gemacht um keine unbeteiligten zu gefährden. alle anderen behauptungen sind lügen und schlechte propaganda der polizeipresse.“

O-Ton zu den Beweggründen:
„von dieser wache werden die einsätze gefahren um den reibungslosen ablauf von kommerz und profitmaximierung im friedrichshainer kiez zu sichern. so auch in der liebigstraße wo die bullen als willige helfer für suitbert beulker die straßen belagern um sein “eigentum“ vor angriffen zu schützen. dass dieser situation eine gewaltsame räumung der mieterInnen durch zweieinhalb-tausend schwer bewaffnete bullen vorausgegangen ist werden wir jedoch nicht vergessen. wir setzen auf den „broken-window-effect“ und hoffen auf ein schnelles scheitern der sanierungsarbeiten.“

O-Ton zu zukünftigen Planungen:
„nun steht der erste mai vor der tür und was uns erwartet dürfte bekannt sein: polizeiliche besatzungszone in kreuzberg als experimentierfeld für konzepte der aufstandsbekämpfung sozialarbeiter die uns was vom recht auf friedlichen protest erzählen und ein myfest was uns eher an ballermann erinnert. abgerundet wird das ganze durch die übliche hetze von presse bullen und politik.“

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