BUND zweifelt an Energie- und Klimabilanz von E10
Berlin – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt die Bundesregierung vor erneuten falschen Weichenstellungen bezüglich der Einführung von “Bio-Kraftstoffen”.
Die Strategie, mehr Klimaschutz durch das Angebot einer zunehmenden Menge an Bioethanol oder anderen Agrar-Kraftstoffen durchzusetzen, werde nicht aufgehen. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger sagte dazu: “Bei E 10 ist nicht nur entscheidend, was hinten rauskommt. Beim Biosprit ist vor allem entscheidend, was zuvor hineingesteckt wurde”.
Die angeblich positive Energie- und Klimabilanz des sogenannten Biosprits beruhe auf höchst fragwürdigen Annahmen und dem Weglassen vieler negativer Nebenwirkungen.
Die propagierten Vorteile des Sprits aus Weizen, Mais, Zuckerrüben und Zuckerrohr relativierten sich schnell, wenn man sämtliche Kollateralschäden berücksichtige. Laut BUND gehören dazu Umweltschäden die durch industrielle Agrarproduktion von Energiepflanzen, die Verdrängung des Pflanzenanbaus für die Ernährung, eine wachsende Flächenkonkurrenz und steigende Lebensmittelpreise.
BUND-Vorsitzende Weiger sagte dazu: “Es ist richtig, die überstürzte und schlecht kommunizierte Einführung von E 10 zu stoppen. Alle negativen Auswirkungen dieser aus unserer Sicht inakzeptablen Klimaschutzmaßnahme müssen auf den Prüfstand”.
Der BUND will es Mineralölkonzernen, Autoindustrie und Bundesregierung nicht durchgehen lassen, mit der Propagierung von Agro-Kraftstoffen von ihrer Verantwortung für tatsächlich wirksame Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr abzulenken. Die Absicht, mit der Einführung von sogenannten “Bio-Kraftstoffen” dem zu Ende gehenden Ölzeitalter und seinen spritfressenden Auswüchsen in Form von Luxuskarossen, Geländewagen und PS-Boliden neues Leben einzuhauchen, werde nicht aufgehen.
Man fordert statt dessen eine Politik, die Energieeffizienz und die Einführung sämtlicher Spritspartechniken in den Kfz-Massenmarkt an die erste Stelle setze.
BUND-Vorsitzende Weiger betonte: “Die Absicht der Autoindustrie, sich mit der Einführung von E10 von der schnellen Entwicklung sparsamerer Fahrzeuge zu verabschieden, wird nicht aufgehen. Schon nächste Woche wird EU-Klimakommissarin Connie Heedegard verkünden, die verkehrsbedingten C02-Emissionen bis 2020 drastisch senken zu wollen. Die Autoindustrie und die Bundesregierung haben alles getan, damit dieses Ziel in weite Ferne gerückt ist. Anstatt Bioethanol ins Benzin zu mischen wäre es viel sinnvoller, in der EU und in Deutschland die Spritverbrauchsvorgaben zu verschärfen, effizientere Autos zu bauen und mehr Geld in den öffentlichen Verkehr zu lenken”.
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