Demo „Rache für Carlo“ – Polizei erwartet Krawalle
Gegen 22.00 Uhr startet am Samstag in Berlin-Kreuzberg auf dem Lausitzer Platz, zwischen Kirche und Skalitzer Straße, die „Genua-Demo“. Für diese Kundgebung liegt keine Genehmigung vor, weshalb die Veranstalter schon vorab bezüglich des Routenverlaufs auf einen „Plan B“ verweisen.
Bei dieser Demo werden Krawalle und Rangeleien mit der Polizei erwartet, denn die Veranstalter sprechen davon, dass die Polizei versuchen wird, die Menge zu zerstreuen oder einzukesseln. Dagegen will man sich zur Wehr setzen.
Das Katz- und Mausspiel mit der Polizei gewinnt hier an zusätzliche Brisanz, da sich der Anlass der Demo auf einen Vorfall bezieht, der die Gewalt zwischen Polizei und Demonstranten geradezu in den Mittelpunkt stellt.
Im Jahre 2001 kam es im Rahmen von Protesten zum G8 Gipfel in Genua zu einem tragischen Zwischenfall. Nachdem die italienische Polizei über Tage hinweg den Protest mit unredlichen Mitteln zu unterdrücken suchte, entlud sich die Wut darüber durch gewaltsame Ausschreitungen seitens einiger G8-Gegner.
Auf der Piazza Gaetano Alimonda geriet ein Polizeiwagen mitten unter die aufgebrachten Demonstranten. Diese schleuderten alle möglichen Gegenstände auf den Einsatzwagen. Dabei wurde das hintere Fenster eingeschlagen. Die Polizisten gerieten in Panik. Ein Polizist zielte nun mit einer Pistole durch das zerbrochene Glas. Im selben Augenblick stürmte Carlo Giuliani mit einem Feuerlöscher auf die Rückfront des Polizeiwagens zu. Der Polist drückte ab. Giuliani ging zu Boden. Das Fahrzeug setzte in aller Eile zurück und vor davon. Dabei wurde der Erschossene zweimal überrollt. Unter dem Motto „Rache für Carlo“ soll nun an das Opfer dieses Vorfalls erinnert werden.
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