Neukölln – Bei einer Zwangsräumung in der Wissmannstraße wurden am Freitagmorgen mehrere Protestler festgenommen. Um die Räumung durchzusetzen, zeigte sich die Polizei äußerst listig.

Bei der Wohnungsräumung standen sich etwa 100 Polizisten und rund 100 Demonstranten gegenüber. Es sollte eine Wohnung geräumt werden, dessen Mieter mit den Mietzahlungen im Rückstand war.

Die Demonstranten wollten die Räumung durch lautstarken Protest verhindern. Sie gaben dem Jobcenter die Schuld an den verspäteten Mietzahlungen.

Da das Kräfteverhältnis in etwa gleich war, beschleunigte die Polizei die Räumung mittels eines kleinen Tricks. In einem Streifenwagen wurde ein „falsche Gerichtsvollzieherin“ vor das Haus gefahren. Die Demonstranten kesselten den Polizeiwagen ein, um die mit Aktenordnern ausgestattete Frau daran zu hindern, den Wagen zu verlassen. In dieser Zeit gelangte die tatsächliche Gerichtsvollzieherin in das Gebäude und vollstreckte unbemerkt den Räumungsbeschluss.

Im Anschluss an die Räumung zogen die verbliebenen Protestler zum Herrmannplatz, wo der Aufzug von der Polizei aufgelöst wurde. Dabei kam es zu Rangeleien. Die Polizei nahm mehrere Personen vorübergehend fest.

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