Premiere: DER RAUB DER SABINERINNEN

„Ich hoffe, dass ich den Striese bis an mein Lebensende machen kann, ich will damit noch auf Tour gehen. Schließlich gehört das zu Striese“, hat Katharina Thalbach vor kurzem in einem Interview der Berliner Morgenpost verraten und nimmt damit Bezug auf ihre Rolle des Theaterdirektors Striese in „Der Raub der Sabinerinnen“.

Striese ist ein Mann, ganz nach Thalbachs Geschmack. Er brennt für seine Kunst, auch wenn sie nur „Schmiere“ ist und ist ein glühender Verteidiger des Metiers, denn: „Eine Schmiere Herr Doktor, das ist ein Platz, ein Plätzchen, wo auf wenigen Quadratmetern mehr Hingebung verlangt und gegeben wird als Sie es sich in Ihrem bürgerlichen Hochmut überhaupt vorstellen können. Ja, wir ziehen von einem Ort zum anderen. Nicht alle schaffen es, ans Hoftheater zu kommen. Aber wenn es einer geschafft hat und er erzählt dann später seinen Enkelkindern aus seinem Theaterleben, dann erzählt er ihnen was von den Jahren an der Schmiere. Und seine Augen fangen an zu leuchten.“ Der ganze Monolog ist eine einzige Liebeserklärung an eine Theaterform, das einfache „Schmierentheater“. Geschrieben hat diese Passage der geniale Curt Goetz, der das Stück der Gebrüder Schönthan bearbeitet und die Rolle des Theaterdirektors 1955 am Renaissance Theater selbst übernommen hat.

Thalbach inszenierte den 1884 entstandenen Schwank bereits 2003 am Volkstheater Rostock, 2006 nahm das Potsdamer Hans Otto Theater die Inszenierung auf den Spielplan. Nun kommt es – in neuer Besetzung – in die Komödie am Kurfürstendamm. Neben Katharina Thalbach steht auch Anna Thalbach auf der Bühne. Sie spielt Paula Gollwitz, die Tochter des Gymnasialprofessors (Markus Völlenklee), der sich von Striese hat überreden lassen, ihm ein Stück, das er in seiner Jugend geschrieben hat, zur Aufführung zu überlassen. Andreja Schneider steht als dessen Ehefrau, die auf keinen Fall wissen soll, dass ihr Mann diese Jugendsünde begangen hat, auf der Bühne. In weiteren Rollen sind Richard Barenberg, Nadine Schori/Sonja Hilberger, Siegfried Kadow, Swantje Henke und Tobias Schulze zu sehen.

Serviceinfo

Termin: Premiere am 01. Mai 2011 (Voraufführungen 29./30. April 2011) bis 31. Mai 2011; 11.–19. Juni 2011
Ort: Komödie am Kurfürstendamm, Kurfürstendamm 206 – 209, 10719 Berlin Stadtplan >>
Preis: Di bis Do 36/25/13€; Fr/Sa/So 39/28/17€; Voraufführungen 19 €; Premiere 47/36/24€
Karten: 030/88 59 11 88 und www.komoedie-berlin.de

Foto: © Joachim Hiltmann

Empfehlen Sie diesen Artikel

Tweet

Ähnliche Beiträge

Wenn Sie dieses Thema interessiert, mögen Sie eventuell auch diese Artikel.


Kommentar schreiben

Kommentieren Sie den Artikel! Bitte füllen Sie alle Felder aus!

Avatar