Nach E‑Bike-Unfall fordert Bürgermeister von Como Fahrradverbot

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Como gerät in eine lokale Kontroverse: Bürgermeister Alessandro Rapinese will Fahrräder und E‑Bikes aus der historischen Innenstadt verbannen und zugleich strengere Regeln für Lieferverkehr und Autofahrten einführen. Die Pläne treffen auf deutlichen Widerstand von Händlern, Parteien und einer Bürgerinitiative.

Auslöser: ein persönlicher Unfall

Den Vorstoß begründet Rapinese mit einem eigenen Erlebnis. Er war kürzlich in einen Unfall mit einem E‑Bike verwickelt und verletzte sich, woraufhin sich seine Sicht auf die Verkehrssituation in der Altstadt verändert habe.

Stilisierte Darstellung eines E‑Bike‑Unfalls in einer engen Gasse
Der Bürgermeister nennt einen eigenen Unfall als Auslöser seiner Forderung.

Der Bürgermeister betont, Fußgänger müssten in den engen Gassen ungestört unterwegs sein. Er fordert, dass Radfahrende in den entsprechenden Bereichen notfalls absteigen und ihr Fahrrad schieben. Besonders schnelle E‑Bikes stuft Rapinese als zusätzliches Sicherheitsrisiko ein.

Welche Maßnahmen genau geplant sind

Im Kern sieht der Plan ein flächendeckendes Fahrradverbot für die zentralen Fußgängerzonen vor. Betroffen wären sowohl klassische Fahrräder als auch Pedelecs und E‑Bikes in den historisch sensiblen Bereichen der Stadt.

Darüber hinaus sollen Lieferungen in der Altstadt künftig nur noch in einem engen Lieferfenster zwischen 6 und 11 Uhr möglich sein. Außerhalb dieses Zeitraums würden die betroffenen Straßen weitgehend vom Fahrzeugverkehr freigehalten.

Auch eine dauerhafte Ausweitung der Fußgängerzonen ist vorgesehen. Einige Abschnitte könnten künftig rund um die Uhr für sämtliche Fahrzeuge gesperrt werden, was unter anderem An- und Abfahrten zu Ferienwohnungen und Airbnb‑Unterkünften erschweren würde.

Widerstand aus Handel und Zivilgesellschaft

Händler in der Innenstadt warnen vor negativen Folgen. Sie fürchten, dass eingeschränkte Lieferzeiten und zusätzliche Verkehrsverbote die Erreichbarkeit ihrer Geschäfte verschlechtern — ein großes Thema in einer Stadt, die stark vom Tourismus lebt.

Innenstadtgeschäfte in einer schmalen Straße mit Lieferwagen
Händler fürchten negative Folgen durch eingeschränkte Lieferzeiten und Verkehrsverbote.

Mehrere politische Parteien äußern Kritik an Rapineses Plänen und sehen wirtschaftliche Nachteile für die Innenstadt. Gleichzeitig bereitet die Bürgerinitiative Nova Como eine Fahrraddemonstration vor, um gegen das geplante Verbot zu protestieren.

Debatte über Sicherheit und Aufenthaltsqualität

Rapinese hält an seinem Kurs fest und verweist auf das Übergewicht der Fußgänger in den verkehrsberuhigten Zonen. Sein Ziel sei mehr Sicherheit und Ruhe für Bewohner und Besucher, sagt der Bürgermeister.

Für Como fällt die Auseinandersetzung in eine Phase, in der die Stadt und die gesamte Region zunehmend mit den Folgen hoher Touristenzahlen umgehen müssen. Die Frage, wie historische Zentren geschützt und zugleich wirtschaftliche Interessen gewahrt werden können, bleibt offen.

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