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Ein Transpondercode, der Entführungen signalisiert, löste am Dienstag einen großen Einsatz am Flughafen Nürnberg aus – offenbar wegen eines Eingabefehlers im Cockpit. Die Maschine war von Korfu gestartet; laut Polizei wollte die Crew eigentlich einen Funkfehler melden.
Fehler beim Senden des Notcodes
Die Ermittler gehen davon aus, dass auf der Boeing 737-800 versehentlich der Code 7500 übertragen wurde. Dieser Code steht für eine Flugzeugentführung. Tatsächlich hatte die Crew nach ersten Erkenntnissen den Hinweis auf einen Funkausfall übermitteln wollen – dafür ist der Code 7600 vorgesehen.

Laut Polizei war das Bordfunkgerät defekt, weshalb die Maschine nach dem Abflug von der griechischen Insel Korfu nicht mehr direkt zu erreichen war. Der Pilot habe den Fehler offenbar zunächst nicht bemerkt. Ein einmal ausgesendeter Transpondercode lässt sich nicht rückgängig machen, heißt es.
Die Behörden leiteten kein Ermittlungsverfahren gegen den Piloten ein, da derzeit kein vorsätzliches Handeln angenommen wird.
Militärische Begleitung und polizeiliche Maßnahmen
Nachdem das Signal im Luftverkehrsraum aufgetaucht war, begleiteten Militärmaschinen die Maschine bereits im kroatischen Luftraum. Das österreichische Bundesheer hatte Abfangjäger alarmiert, wie die Polizei mitteilte.

Im deutschen Luftraum übernahmen zwei Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 die Eskortierung bis zum Flughafen Nürnberg. Parallel wurden umfangreiche polizeiliche Kräfte bereitgestellt.
Rasche Reaktion trotz kurzer Zeitspanne
Zwischen dem Eingang des Notsignals und der Landung blieben den Einsatzkräften weniger als eine Stunde, um zu reagieren. Polizeisprecher Michael Petzold lobte die schnelle und koordinierte Arbeit der beteiligten Stellen. Unter anderem wurden eine speziell für Verhandlungen mit Entführern ausgebildete Gruppe sowie das Unterstützungskommando der bayerischen Polizei, das USK, alarmiert.
Störungen am Flughafen durch mögliche Drohne
Unabhängig von dem Transpondervorfall hatte es in der Nacht zuvor bereits Störungen am Flughafen Nürnberg gegeben. Drei Piloten meldeten zwischen etwa 2 und 4 Uhr jeweils ein ungewöhnliches Objekt während Start oder Landung. Nach Angaben der Polizei handelte es sich möglicherweise um eine Drohne.
Die zuständige Grenzpolizei suchte in Abstimmung mit dem Flughafen und der Deutschen Flugsicherung nach dem gemeldeten Objekt. Auch ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz, die Suche blieb jedoch ergebnislos. Die Ermittlungen zu den Sichtungen dauern an.
dpa/afp/jcst











