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Der 91‑jährige Unternehmer Reinhold Würth hat der Bundesregierung mangelnde Führungsstärke vorgeworfen und die aktuelle Zusammenarbeit zwischen SPD und CDU kritisiert. Nach Ansicht Würths fehle es Politikern an Durchsetzungswillen, was das Land in schwierigen Zeiten schwäche.
Harte Worte in der Presse
In einem Gespräch mit der „Südwest Presse“ sprach Würth von einem Politikbetrieb, der sich zu oft geschlagen gebe. „Das ist ja ein Drama mit diesen deutschen Regierungen!“, sagte er und zog damit eine Parallele zur Vorgängerregierung, die er ebenfalls als problematisch bewertete.

Besonders ärgere ihn, dass die SPD die CDU offenbar „vor sich her treibe“. Würth forderte stärkere Entscheider: Politiker müssten mehr Standfestigkeit zeigen, statt bei Widerstand sofort nachzugeben. „Die sich durchsetzen und nicht bei jedem Pieps in die Knie gehen und zurückrudern“, so seine Forderung.
Vorbildfunktion früherer Kanzler
Als Vorbilder nannte Würth die früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) und Helmut Kohl (CDU). Beide hätten für ihn bewiesen, wie Führung in schwierigen Lagen aussehen müsse.
Unternehmerischer Hintergrund
Würth zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1954 im Alter von 19 Jahren den familieneigenen Schraubenhandel in Künzelsau und baute daraus einen internationalen Konzern für Befestigungs- und Montagetechnik auf.

Wegen seines Aufstiegs wird er oft als „Schraubenkönig“ bezeichnet. Heute ist Reinhold Würth Ehrenvorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth‑Gruppe mit Sitz in Künzelsau.
Unterstützung aus Verbandskreisen
Würths Kritik steht nicht allein: Ende September forderten der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) einen entschiedenen Reformkurs.
In einem Beitrag für das „Handelsblatt“ warnten die Verbandspräsidenten Peter Leibinger und Rainer Dulger vor parteiinternen Auseinandersetzungen. „Personaldebatten und kleinteilige Grabenkämpfe“ seien nach ihren Worten „das Gegenteil dessen, was unser Land derzeit braucht“; die Interessen Deutschlands müssten Vorrang vor parteipolitischen Zielen haben.
Kritik aus der Start‑up‑Szene
Auch Gründerinnen und Gründer meldeten sich zu Wort: Im Juni hatten rund 100 Unternehmerinnen und Unternehmer in einem Brief an die Bundesregierung eine Neuausrichtung der Förderung für junge Firmen gefordert. Sie verlangten vor allem bessere Bedingungen für Wachstum, damit Start‑ups leichter gegründet und skaliert werden können.
ef/dpa












