Ermittlungsbehörden gelingt Schlag gegen Ring krimineller Medikamentenhersteller
Der Staatsanwaltschaft Berlin und der Zollfahndung Berlin-Brandenburg gelang am Mittwoch ein erfolgreicher Schlag gegen kriminelle Medikamentenhersteller aus. Dabei kam es zu insgesamt fünf Durchsuchungen und einer Festnahme.
Es wurden zwei Tablettiermaschinen, über 50 Kilogramm pulverige Substanzen und umfangreiches Equipment zur illegalen Tablettenherstellung beschlagnahmt.
Schon im September 2010 fiel Zollbeamten bei einem Postzollamt in Leipzig ein aus China kommendes Paket auf, das zur genaueren Kontrolle ausgesucht wurde. In dem Paket
befanden sich fünf Kilogramm einer der Gruppe der Amfetamine zugehörenden Substanz. Die weiteren Ermittlungen führten die Zollfahnder schließlich zu dem mutmaßlichen Hauptbeschuldigten und Organisator einer 5-köpfigen Gruppe im Alter zwischen 21-23 Jahren, die sich mit der illegalen Herstellung und dem unerlaubten Verkauf bedenklicher Arzneimittel befasst.Durch eingeleitete Fahndungsmaßnahmen konnte der mit einem Haftbefehl gesuchte 23-jährige deutsche Haupttäter mit Migrationshintergrund am 1. Mai 2011 bei dem Versuch der Ausreise nach Hongkong am Flughafen Berlin Tegel verhaftet werden. Ein Erfolg, da der Beschuldigte international gesucht wurde.
Weitere vier Wohnungsdurchsuchungen und eine Firmendurchsuchung am Mittwochnachmittag in Berlin-Lichtenberg führten die Ermittler zur der Quelle. In einer angemieteten ca. 120 Quadratmeter großen Lagerhalle standen zwei Tablettiermaschine zur Tablettenpressung, zwei Mischgeräte zur Vermischung verschiedener Substanzen, ein Granulator zur Zerkleinerung von Substanzen im Millimeterbereich, eine Presse für die Verpackung bereits produzierter Medikamente, ein Trockenschrank, diverse Feinwaagen und Folienschweißgeräte sowie umfangreiches Verpackungsmaterial. In mehreren Kisten konnten über 50 Kilogramm einer mutmaßlich verbotenen weißen, pulverigen Substanz beschlagnahmt werden, die zur Herstellung von unter das Betäubungsmittelgesetz fallende Amfetamin dient. Die Menge hätte ausgereicht, um annähernd 50.000 Tabletten zu produzieren.Der Pressesprecher des Zollfahndungsamtes Norbert Scheithauer erklärte dazu: „Insbesondere die fehlenden Fachkenntnisse und die mangelnde Einhaltung vorgeschriebener Hygienevorschriften bei der Medikamentenherstellung bergen erhebliche gesundheitliche Gefahren für die oft argslosen Konsumenten in sich. Falsch dosierte Wirkstoffanteile können bei der Einnahme gefälschter Aufputschmittel ein sehr starkes Abhängigkeitspotenzial darstellen. Mögliche Überdosierungen können unter Umständen zu Bluthochdruck, Herzrasen und Schweißausbrüchen, in einigen Fällen zum Tode führen.“
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