In Brandenburg mehr EHEC-Erkrankungen – Ein Patient verstorben

In Brandenburg gibt es gegenwärtig sechs bestätigte EHEC-Erkrankungen und zwölf Verdachtsfälle. Ein Verdachtsfall aus Frankfurt (Oder) hat sich nicht bestätigt, dafür gibt es einen neuen Verdachtsfall in Potssdam.

Wie das zuständige Gesundheitsamt mitgeteilte gibt es bei vier Patienten Komplikationen durch das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Ein aus dem Havelland gemeldeter Patient mit EHEC-Verdacht ist am Montag an den Folgen seiner schweren Grunderkrankung verstorbenen. Bei dem Patienten wurde als Begleitdiagnose das EHEC-Bakterium nachgewiesen, jedoch konnte nicht das für den derzeitigen Ausbruch typische Toxin nachgewiesen werden.

Im Zusammenhang mit dem aktuellen EHEC-Krankheitsgeschehen hatte Niedersachsen alle Bundesländer darüber informiert, dass als mögliche Infektionsquelle “Sprossen” in Frage kommen. Nach bisherigen Erkenntnissen ist Brandenburg nicht aus dem Betrieb in Niedersachsen beliefert worden. Die zuständigen Überwachungsämter der Landkreise und der kreisfreien Städte wurden dennoch angewiesen, verstärkt auf Sprossen zu kontrollieren.

Aufgrund der epidemiologischen Auswertungen der niedersächsischen Behörden wurde ein Zusammenhang zwischen den größeren Ausbruchsgeschehen und einem in Niedersachsen ansässigen Gartenbaubetrieb festgestellt. Der Betrieb zieht eine Vielzahl von Sprossensorten und erhält das Saatgut u.a. aus China. Insbesondere die sogenannte “Milde Sprossenmischung”, die neben Linsen, Bockshorn, Alfalfabohnen auch Azuki-Bohnen aus chinesischer Saat enthält, steht aufgrund der Lieferbeziehungen im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen. Aufgrund der Datenlage sollten bis zum Vorliegen abschließender Untersuchungsergebnisse Sprossen nicht verzehrt werden.

Bundesweit wurden nach Aussage des Robert Koch-Instituts seit Anfang Mai insgesamt 642 HUS-Fälle übermittelt, darunter 15 Todesfälle (Stand 6. Juni 2011, 15 Uhr). Seit Anfang Mai 2011 sind dem RKI außerdem 1.683 Fälle mit einer Infektion mit EHEC übermittelt worden. Sechs übermittelte EHEC-Fälle sind verstorben (Stand 7.6.2011). Insgesamt sind damit 2.325 Personen an HUS oder EHEC erkrankt, 21 Personen starben an HUS oder EHEC. Die Meldedaten zu HUS und EHEC lassen derzeit einen leichten Rückgang der Fallzahlen vermuten. Ob dieser Rückgang sich fortsetzen wird, kann derzeit noch nicht bestimmt werden.

Insgesamt 74 % der HUS-Fälle stammen aus Schleswig-Holstein (n=155), Hamburg (n=141), Niedersachsen (n=95) und Nordrhein-Westfalen (n=85). Es sind alle Bundesländer von dem HUS-Ausbruch betroffen.. Mehr als 75 % der EHEC-Fälle stammen aus den vier Bundesländern Schleswig-Holstein (n=478), Niedersachsen (n=388), Hamburg (n=237) und Nordrhein-Westfalen (n=188). Alle Bundesländer sind von dem EHEC-Ausbruch betroffen

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