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Die Bundesliga-Saison 2026/27 steht bevor. In diesem Teil unserer Liga-Analyse betrachten wir Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und die TSG Hoffenheim – ihre Kader, Trainerkonzepte und Chancen für Platzierungen in Meisterschaft und Europa.
Borussia Dortmund
Der BVB sammelte in der vergangenen Spielzeit beeindruckende 73 Punkte und untermauerte damit seine sportliche Stärke. Vorstandschef Carsten Cramer sprach vor dem Supercup gegen Bayern München (1:2) noch einmal von einem „dicken Brett“ — eine Erinnerung daran, wie stark die letzte Saison für den Klub war.

Der Trainer
Niko Kovač ist seit Februar 2025 die prägende Figur auf der Bank. In seiner ersten Saison schaffte er noch auf beeindruckende Weise die Champions-League-Qualifikation; im Folgejahr wurde Dortmund Vizemeister. Kovač gilt gemeinsam mit Geschäftsführer Lars Ricken und Sportdirektor Ole Book als Teil eines engen Führungsteams. Sein Vertrag läuft bis 2027; eine Verlängerung steht zur Debatte.
Sportlich steht für Kovač die Aufgabe im Vordergrund, die defensive Stabilität in attraktiveren Offensivfußball zu übersetzen. Dortmund stellte zuletzt die beste Abwehr der Liga und ließ im Schnitt nur etwa ein Tor pro Spiel zu. Die bestehende Fünferkette soll erhalten bleiben, doch vorne fehlen noch prägnante Impulse.
Der Kader
Die Transferperiode brachte einen spürbaren Umbruch. Fort sind unter anderem Niklas Süle, Julian Brandt, Salih Özcan und Karim Adeyemi. Ihr Weggang machte Gehaltsraum frei; ersetzt wurde unter anderem mit jungen Talenten wie Konstantinos Karetsas (KRC Genk), Joane Gadou (RB Salzburg), Kaua Prates (Cruzeiro) und Justin Lerma (Independiente). Später kamen zudem Giannis Konstantelias (PAOK) und Joey Veerman (PSV Eindhoven).
Die Neuzugänge stammen bewusst aus Entwicklungsmärkten Europas und sollen frischen Konkurrenzdruck erzeugen. Sportdirektor Book und seine Kollegen setzen damit auf ein anderes Scouting-Modell als zuvor — mit dem Ziel, Talente möglichst früh zu formen.
Perspektive und Zielsetzung
Dortmund betont, Schlüsselspieler wie Gregor Kobel, Nico Schlotterbeck (noch verletzt am Sprunggelenk), Felix Nmecha oder Serhou Guirassy gehalten zu haben. Eine Meisterprognose vermeidet der Klub bewusst, mindestens Platz zwei gilt intern aber als klares Ziel. Wichtig bleibt zudem ein besseres Bild in der Champions League und die Rückkehr in ein DFB-Pokal-Finale nach längerer Durststrecke.
Unsere Prognose: Borussia Dortmund wird hinter Bayern um die Rolle als beste Verfolger kämpfen. Wegen teils nachgewiesener Schwierigkeiten gegen andere Top-Teams schätzen wir den BVB auf Platz 2.
Bayer 04 Leverkusen
Die Magie des Titeljahres ist verblasst, doch Leverkusen zählt weiterhin zur Bundesliga-Spitze. Nach einer enttäuschenden Vorsaison steht der Klub unter Druck, in die Champions League zurückzukehren.
Der Trainer
Für die neue Spielzeit hat Bayer den 42-jährigen Carles Martínez Novell verpflichtet. Der Spanier kommt aus Toulouse und unterschrieb langfristig bis 2028. Er bringt die Erwartung mit, Leverkusen wieder zu einem offensiv ausgerichteten, attraktiven Team zu formen.
Der Kader
Sportchef Simon Rolfes reagierte auf die Lücken der Vorsaison und verstärkte vor allem die Defensive: Facundo Medina (OM), Miguel Gutiérrez (Neapel) und das deutsche Talent Kennet Eichhorn gehören zu den Neuzugängen. Außerdem kehrte Kerim Alajbegovic aus Salzburg zurück.
Die Strategie bleibt eine Mischung aus sofortiger Qualität und entwicklungsfähigen Spielern mit weiterem Marktpotenzial. Problematisch sind allerdings das Auseinanderbrechen der Meistermannschaft von 2024 und die Notwendigkeit, neue Automatismen zu etablieren. Für Routiniers wie Robert Andrich scheint unter dem neuen Trainer kein Platz mehr vorhanden.
Der erste Pflichtspielauftritt war solide: Im DFB-Pokal setzte sich Leverkusen mit 4:0 beim Drittligisten Wehen Wiesbaden durch.
Perspektive
Bayer bleibt in der Breite hinter Bayern München zurück, kann sich aber in der Verfolgergruppe behaupten. Gelingt Martínez schnelle Integration seiner Idee und machen die jungen Spieler den nächsten Entwicklungsschritt, ist mehr als nur die Rückkehr in die Champions League denkbar.
Unsere Prognose: Bayer 04 kehrt in die Spitzengruppe zurück und beendet die Saison auf Rang 3.
TSG 1899 Hoffenheim
Die TSG hat sich innerhalb einer Saison von Abstiegssorgen zum UEFA-Teilnehmer gemausert und als Fünfter für die Europa League qualifiziert. Ein XL-Ausverkauf blieb größtenteils aus, die Vorbereitungssiege, etwa das 4:0 in Erzgebirge Aue, wirkten vielversprechend.
Der Trainer
Christian Ilzer hat Hoffenheim in Spielweise und Trainingsarbeit verändert. Der Österreicher wird als Motor für eine hohe Intensität gesehen. Zusammen mit Geschäftsführer Andreas Schicker formte er eine Mannschaft, die in der vergangenen Saison in mehreren Messwerten ligaweit an der Spitze lag: gelaufene Distanz (4.171,7 km), intensive Läufe (25.261) und provozierte Fouls des Gegners.
Der Kader
Der Klub verkaufte mit Bazoumana Touré einen Stammspieler für rund 50 Millionen Euro nach Newcastle; Grischa Prömel ging ablösefrei zum VfB Stuttgart. Ein geplanter Wechsel von Fisnik Asllani zu RB Leipzig scheiterte am Medizincheck. Als Neuverpflichtung sorgte Hoffenheim für Aufsehen mit dem jungen Nathan De Cat (RSC Anderlecht). Zudem wechselte Cajetan Lenz für zehn Millionen Euro zum VfL Bochum.
Die Mannschaft behält zentrale Figuren: Kapitän Oliver Baumann und Führungsspieler wie Wouter Burger und Andrej Kramarić sind geblieben. Um den Sprung zu längerer Konstanz müssen die vielen Talente im Kader nun ihre Widerstandskraft beweisen.
Unsere Prognose: Hoffenheim wird erneut um europäische Plätze mitspielen, eine Wiederholung der nahezu historischen Punktausbeute erscheint unwahrscheinlich. Mit etwas Glück reicht es in dieser Saison für die Conference League — Platz 7.











