Preisgünstiger Wohnraum wird zur Mangelware
Berlin – Angesichts der am Dienstag vom Statistischen Bundesamt vorgelegten, noch immer schwachen Fertigstellungszahlen im Wohnungsneubau, fordert der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen von der Politik einen stabilen Investitionsrahmen für die Branche.
Das Statistische Bundesamt hatte gemeldet, dass im Jahr 2010 in Deutschland nur knapp 160 000 Wohnungen fertig gestellt wurden. Dies sind lediglich 0,5 % mehr als im Vorjahr.
Laut BFW liegt der Wohnungsneubau seit Jahren unter dem tatsächlichen Bedarf. Demnach müssten in Deutschland jährlich rund 250.000 Wohnungen neu gebaut werden. In 2010 waren es jedoch lediglich 160.000, also rund 100.000 Wohnungen weniger als benötigt.
BFW-Präsident Walter Rasch warnt, die Grenzen der sozialen Belastbarkeit zu beachten: „Eine weitere Verschärfung der energetischen Anforderungen wie durch eine neue EnEV sind sowohl für Interessenten von Wohneigentum als auch für Mieter nicht verkraftbar.”
Er schließt bereits jetzt aus, dass im Neubaubereich für alle Mietmärkte qualifizierter Neubau angeboten werden kann. Dabei spielt nicht nur die Grundstückspreisentwicklung eine Rolle, sondern auch überzogene technische Anforderungen an Energie-, Brand- und Schallschutz.
“Vor allem auf dem Mietwohnungsmarkt in Wachstumsregionen droht eine neue Versorgungslücke. Preisgünstiger Wohnraum wird zur Mangelware“, erklärt Rasch.
Von der Politik fordert der BFW-Präsident neben einem klaren politischen Signal, an der EnEV 2009 mittelfristig festzuhalten, steuerliche Anreize auch für den Neubau zu schaffen. Rasch schlägt eine Verdopplung der linearen Absetzung für Abnutzung (AfA) von bisher 2 auf 4 Prozent vor.
Zudem dürfe die Politik den Ersatz-Neubau nicht länger stiefmütterlich behandeln: „Ersatz-Neubau sollte im Rahmen der KfW-Förderprogramme gleichberechtigt mit Augenmaß gefördert werden, damit gewährleistet wird, dass nicht mehr sanierungswürdige Gebäude durch einen zukunftssicheren Neubau ersetzt werden. Im Einzelfall kann dies die wirtschaftlichere Alternative gegenüber der energetischen Sanierung sein“, sagt der BFW-Präsident.
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