400 Polizisten bei Wohnungsräumung in Lausitzer Straße

400 Polizisten bei Wohnungsräumung in Lausitzer Straße

Friedrichshain-Kreuzberg – Am Donnerstag vollstreckte eine Gerichtsvollzieherin in Kreuzberg einen Räumungstitel. Dabei kam es auch zu Rangeleien zwischten Demonstranten und der Polizei.

Schon in den frühen Morgenstunden versammelten sich etwa 50 Personen vor einem Haus in der Lausitzer Straße, in dem nach langjährigem Rechtsstreit ein Räumungstitel durch die Gerichtsvollzieherin durchgesetzt werden sollte.

Kurz nach Eintreffen der Polizei ab 6 Uhr erhöhte sich die Zahl der Demonstranten im Bereich des Hauses auf mehrere hundert Personen. Laut Polizei wurden durch Polizeibeamte Gespräche geführt, um die anstehenden Maßnahmen zu erklären. Zu einer Konfrontation zwischen der Gerichtsvollzieherin und Demonstranten kam es nicht, so dass sie kurz nach 9 Uhr die Wohnung an den Eigentümer übergeben konnte.

Die Proteste im Zusammenhang mit der Räumung der Wohnung verliefen überwiegend friedlich. Dennoch mussten Polizeibeamte kurzzeitig Pfefferspray einsetzen, als sie von einigen Personen bedrängt und angegriffen wurden.

Anschließend bildete sich ein Spontanaufzug von der Wiener Straße durch Kreuzberg nach Neukölln. Nach Polizeiangaben wurden mehrere Straftaten wie Sachbeschädigungen, Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte, Landfriedensbrüche und versuchte Gefangenenbefreiungen begangen.

Insgesamt wurden 20 Personen nach Straftaten festgestellt, von denen zehn festgenommen wurden. Im Rahmen der Amtshilfe waren etwa 400 Beamte eingesetzt – zehn Polizeibeamte wurden leicht verletzt, konnten aber im Dienst verbleiben.


Foto: Archivbild