Ringbahnhalle am Bahnhof Ostkreuz eröffnet

Ringbahnhalle am Bahnhof Ostkreuz eröffnet

Der erste Ringbahnzug hielt um vier Uhr in der neuen Bahnhofshalle am Ostkreuz. Nach einer 16-tägigen, nervigen Sperrung des östlichen S-Bahnrings gingen am Montagmorgen das Elektronische Stellwerk Frankfurter Allee, das nunmehr den S-Bahn-Verkehr auf dem Ostring steuert, sowie die neue Ringbahnhalle im Bahnhof Ostkreuz in Betrieb.

Symbolisch nahmen Michael Müller, Berlins Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Dr. André Zeug, Vorstandsvorsitzender der DB Station&Service AG, und Ingulf Leuschel, DB AG-Konzernbevollmächtigter für das Land Berlin, die Bahnhofshalle und das Stellwerk in Betrieb.

Dauerbaustelle Ostkreuz

Dauerbaustelle Ostkreuz

Der erste von neun Stahlbindern der Ringbahnhalle wurde vor einem Jahr, im April 2011, aufgestellt. Die Stahlstützen wurden auf der Nordseite des neuen Bahnsteigs vormontiert und anschließend mit einem speziellen Verschubgerüst zum Einbauort auf den Brücken der Ringbahn befördert. Die Gesamtmasse der Stahlkonstruktion beträgt 1449 Tonnen. Für die über 3.000 Quadratmeter große Glasfläche wurden unter anderem rund 450 großformatige Scheiben (4 x 1,25 Meter) eingesetzt.

An den Kosten der Hallendachkonstruktion von rund 12 Millionen Euro beteiligte sich das Land Berlin mit rund drei Millionen, der Bund finanzierte 2,65 Millionen Euro. Auf dem 152 Meter langen Bahnsteig wurden die ersten beiden Aufzüge in der 130-jährigen Geschichte des Bahnhofs in Betrieb genommen. Sie führen vom S-Bahnsteig zu den Ausgängen Sonntagstraße bzw. Hauptstraße. Nach Fertigstellung aller Bahnsteige im Ostkreuz wird der Ringbahnsteig über sechs Aufzüge und zehn Fahrtreppen verfügen.

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Mit dem neuen Ringbahnsteig in Ostkreuz ging auch das Elektronische Stellwerk Frankfurter Allee in Betrieb. Dieses Stellwerk, in das insgesamt rund 45 Millionen Euro investiert wurden, steuert 118 Signale und 45 Weichen zwischen den Bahnhöfen Schönhauser Allee und Baumschulenweg bzw. Neukölln. Fast 30 Wochenendsperrungen auf dem östlichen Ring und am Ende gar eine 16-tägige Sperrung waren notwendig, um Signaltechnik, Weichenantriebe, Fahrsperren und andere Technik an den Gleisen zu montieren, 240 Kilometer Kabel zu verlegen sowie die technischen Anlagen zu prüfen und in Betrieb zu nehmen. Das neue Stellwerk am Bahnhof Frankfurter Allee wird aus der Betriebszentrale der S-Bahn in Halensee ferngesteuert.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, erklärte zur heutigen Eröffnung der Ringbahnhalle: „Der Baufortschritt am Ostkreuz, dem wichtigen Knotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr im Berliner Südosten, ist für die Bürgerinnen und Bürger ausgesprochen erfreulich, die tagtäglich dort umsteigen. Nach wie vor stehen Jahre bevor, in denen es Einschränkungen geben wird, die unvermeidbar sind, um neu zu gestalten, was über viele Jahrzehnte hinweg immer nur verschoben worden ist. Die neue Ringbahnhalle, die ab jetzt die Reisenden vor der Witterung schützt, ist erstes spürbares Zeichen dafür, wie das Ostkreuz in Zukunft aussehen wird. Auch wenn bei der Berliner S-Bahn vieles nach wie vor im Argen liegt – eine gute Nachricht wie die vom heutigen Tag verdient gewürdigt zu werden.“

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