Patient flieht aus Maßregelvollzug – Fahndung läuft auf Hochtouren

Patient flieht aus Maßregelvollzug – Fahndung läuft auf Hochtouren

Am Morgen ist ein Patient des Krankenhauses des Maßregelvollzugs (KMV) entwichen. Die Polizei hat eine Fahndung ausgelöst. Gegen den Mann sollte eigentlich am Dienstag der Prozess beginnen.

Nach Angaben der Senatsverwaltung gelang es dem 39-jährigen Daniel S. sich aus dem gesicherten Bereich der III. Teilvollzugsabteilung zu befreien. Er drang anschließend in das Kellergeschoss vor. Von dort entkam er durch ein Fenster eines mit einem Spezialschlüssel gesicherten Technikraums.

Noch ist ungeklärt, wie der Patient an die entsprechende Technik zur Öffnung der Schlösser kam. Die Kriminalpolizei hat hierzu die Ermittlungen bereits aufgenommen.

Laut Landgericht ist der Mann seit Anfang April 2013 im Krankenhaus des Maßregelvollzugs einstweilig untergebracht. Er soll im Nachgang einer Räumung seines Grundstückes das Bezirksamt Neukölln genötigt und bedroht haben. Am heutigen Tag sollte seine Verhandlung beginnen.

Die Ärzte sehen jedoch keine Gefahr für die Bevölkerung. Der Mann gilt als jemand, der Konflikte und Gewalt eher vermeidet und sich möglicherweise wehren könnte, wenn er sich durch behördliche Maßnahmen in die Enge getrieben fühlt.

Das Krankenhaus des Maßregelvollzugs ist ein Krankenhausbetrieb des Landes Berlins. Im Maßregelvollzug werden psychisch kranke oder suchtkranke Straftäter untergebracht. Das KMV wurde 1996 gegründet und verfügt derzeit über 523 ordnungsbehördlich genehmigte Betten in fünf Teilvollzugsabteilungen an zwei Standorten.