comicleben_comiclife: Eine Ausstellung rund um das Medium Comic
Es lebe der Comic! Die Ausstellung „comicleben_comiclife“ nähert sich dem Thema Comic über sieben Portraits sehr unterschiedlicher Vertreter der Comicszene und betrachtet darüber hinaus die Lebenswelt der Erschaffer und Rezipienten dieser faszinierenden Bildersprache.
Die Ausstellung will den Besuchern die beeindruckende Vielfalt der Comics näher bringen. Gleichzeitig soll die Faszination vermittelt werden, die diese Formen der Bilderzählungen in sich tragen, die für sich ganz eigenständige, spezifische Formsprachen und Ästhetiken entwickelt haben. Dies geschieht über sieben Porträts von Menschen, die sehr intensiv und auf unterschiedliche Weise mit Comics leben. Zu diesen gehören der serbisch-deutsche Zeichner Marko Djurdjevic, der für die amerikanischen Superheldencomics (Spiderman, Thor) von Verlagsgiganten wie Marvel steht, die österreichische Zeichnerin Ulli Lust, stellvetretend für die Graphic Novel, der deutsche Verleger Dirk Rehm für die alternative Verlagsszene mit seinen spezifischen, stark europäischen Vernetzungen, der Comichändler und Galerist Carsten Laqua für die frühen Formen des amerikanischen Comic mit Micky Maus, Donald Duck und den frühen Zeitungsstrips, der Sammler René Köhler für den Comic „Mosaik“ und die Cosplayerin Nicole S. für den Manga. Im Porträt des renommierten Comicforschers Prof. Dietrich Grünewald werden neben Aussagen zur Comictheorie vor allem frühe Formen und Begründer der Bildgeschichte vorgestellt (Bilderbögen, Bänkelbilder, Wilhelm Busch und Rudolphe Töpffer), die ihrerseits Vorbild für den klassischen amerikanischen Comic waren.
Comicleben
Die gezielte Auswahl dieser Personen ermöglicht es zudem wichtige Stationen eines Comiclebens nachzuvollziehen, von der ersten Zeichnung bis zum Sammeln und der wissenschaftlichen Reflektion. Durch sie werden wir mitgenommen auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Superhelden, von Micky Maus und Pogo. Sie machen uns bekannt mit der Graphic Novel, dem Independent Comic, dem Manga und der Cosplayszene. Sie führen uns in die Welt des „Mosaik“ von Hannes Hegen und stellen frühe Formen der Bildgeschichte und des klassischen Comics wie den Bilderbogen und den amerikanischen Zeitungsstrip vor. Ergänzung findet dies durch die neueste Comicform – den Webcomic. Es werden wichtige Stationen der Entstehung und Nutzung des Comics nachvollziehbar, von der ersten Zeichnung bis zum Sammeln. Die Porträts bilden die jeweiligen Knotenpunkte eines komplexen Systems, das Aussagen über die Vielfalt des Comics, dessen historische Vorformen und Methoden, sowie praktische Entstehungsprozesse, Vermittlungsformen und Praktiken der Nutzung, z.B. als Sammelobjekt, als Objekt wissenschaftlicher Forschung und Medium gruppendynamischer Prozesse aufgezeigt. Die Porträts erlauben darüber hinaus spezifische Aussagen zum historischen Wandel der gesellschaftlichen Akzeptanz bzw. Nichtakzeptanz des Comics. Das Konzept der Ausstellung gibt die Möglichkeit, die im Comic verhaftete Individualität der Macher und Nutzer aufzuzeigen sowie auf die Globalität und gleichzeitige nationale Prägung dieses Kulturphänomens zu verweisen.Serviceinfo
Termin: 05.05.2012 – 28.10.2012
Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr; Sa/So 11-18 Uhr
Ort: Museen Dahlem, Arnimallee 25, 14195 Berlin
Eintritt: 6/erm.3 Euro
Foto oben (Ausschnitt): Marko Djurdjevic X-Men First Class, Cover-Artwork, 2006 © Marko Djurdjevic
Foto mitte: Porträt Marko Djurdjevic © SIXMOREVODKA; Foto: Jelena Djurdjevic
