Schaf soll nicht unter Guillotine sterben – Kunstexperiment sorgt in Berlin für Wirbel

Schaf soll nicht unter Guillotine sterben – Kunstexperiment sorgt in Berlin für Wirbel

Kunst kommt von Können. Und was die Künstler Rouven Materne und Iman Rezai wohl bereits ganz gut können, ist provozieren. Und die Provokation gehört zur Kunst. Das scheint zu funktionieren. Beinahe 300.000 Internetnutzer konnten die „Schlächter von Berlin“ bereits dazu animieren, ihre Stimmen abzugeben.

Derzeit sorgt in Berlin ein Kunstexperiment für Wirbel, bei dem Internetnutzer im Netz darüber abstimmen können, ob ein Schaf mit einer Guillotine öffentlich geköpft werden soll oder eben nicht. In echt versteht sich. Über 119.000 anonyme User fanden das bereits ganz toll. Nach ersten Medienberichten ging der Daumen jedoch wieder nach oben. Zwischenzeitlich wollen beinahe 180.000 User nicht, dass das Schaf der Kunst zum Opfer fällt. Auch die Universität der Künste (UdK), an der die beiden Künstler studieren, distanziert sich klar von dem Projekt.

Generell wird der Aktion unterstellt, dass die Künstler mit einer derartigen Nummer vorführen wollen, wie leichtfertig im Netz unter dem Deckmantel der Anonymität und beinahe spielerisch mit realer Gewalt umgegangen wird. Dass es hierbei jedoch nicht einfach um eine rein virtuelle Befriedigung von blutigen Gewaltfantasien geht, zeigt die Tatsache, dass sich zwischenzeitlich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, die den Fall nun untersucht.

Laut Medienberichten hat die Tierschutzorganisation Peta bereits angekündigt, im „Ernstfall“ das Guillotine-Projekt zu stürmen, um das Schaf in einer Art Kommandoaktion aus den Händen der „Schlächter“ zu befreien.

Schaut man sich die Entwicklung der Abstimmungsergebnisse an, so keimt zumindest die Hoffnung, dass die Vernunft im Netz am Ende überwiegen wird. Immerhin hätte die Kunst dann zumindest für den Beweis gesorgt, dass der gemeine Internetnutzer weniger böse ist, als angenommen.

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Foto: Screenshot http://www.die-guillotine.com
Videoquelle: vimeo.com