Brandattacken auf Autos nehmen dramatisch zu
Allein seit der Nacht zum Montag zündeten Unbekannte in Berlin 15 Fahrzeuge vorsätzlich an. Durch diese Brände wurden obendrein 11 PKW durch das Übergreifen der Flammen und die Hitzeeinwirkung beschädigt. Die Täter sind bislang unbekannt.
Allein in der Nacht zum Mittwoch wurden 8 Fahrzeuge in Brand gesetzt. Betroffen waren in erster Linie die Stadtteile Moabit, Wedding und Friedrichshain. Zunächst brannte gegen 1.30 Uhr ein „1er BMW“ in der Calvinstraße. Bei dem Wagen brannte der Motorraum vollständig aus.
Danach gingen gegen 1.50 Uhr am Bundesratsufer zwei Fahrzeuge in Flammen auf. Hier betraf es einen „Audi A2“, der vollständig ausbrannte, sowie eine „Mercedes A-Klasse“, die erheblich beschädigt wurde. Durch die Hitzestrahlung wurden auch ein „Renault Megane“ und ein „Smart“, jeweils am Heck, in Mitleidenschaft gezogen. Zudem wurden bei dem Feuer auch Teile einer Hauseingangstür zerstört.
Damit nicht genug. Cirka 2.00 Uhr wurden die Reifen eines Pritschenanhängers auf einem Baustellengelände an der Modersohnstraße angezündet. Nur wenig später brannte ein „Audi A8“ in der Solinger Straße. Hierbei wurde der Frontbereich beschädigt, wobei der linke Vorderreifen total zerstört wurde.
Gegen 5.00 Uhr stand in der Rigaer Straße „1er BMW“ und ein „Mercedes“ in Flammen. Durch den Brand des „Mercedes“ wurde auch eine daneben stehende „Yamaha“ in Mitleidenschaft gezogen.
In den vorgenanten Fällen geht die Polizei davon aus, dass eine politische Motivation für die Brandlegungen verantwortlich ist.
Bei einem weiteren Fall wird kein politisches Motiv vermutet. Ebenfalls in der Nacht zum Mittwoch stand gegen 2.10 Uhr ein „3er BMW“ in Flammen. Hier wurden Anwohner von einem lauten Knall aus der Nachtruhe gerissen. Das Feuer zerstörte die Front des Wagens. Ein daneben stehender „Volvo“ wies ebenfalls Beschädigungen an der Vorderseite auf, die durch die Hitzestrahlung entstanden waren. Bei diesem Brand konnte ein politischer Hintergrund ausgeschlossen werden. Das zuständige Brandkommissariat des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen.
Nacht zum Dienstag
In der Nacht zum Dienstag traf es besonders die Bezirke Mitte, Pankow und Lichtenberg. Auch hier begannen die Brandstifter gegen 1.50 Uhr ihrem Tagwerk nachzugehen. Polizei und Feuerwehr mussten zur Landsberger Allee in Alt-Hohenschönhausen ausrücken, weil dort auf einem Parkplatz eines Einkaufszentrums drei Kleinwagen in Flammen standen. Ein Passant hatte das Feuer entdeckt. Zwei Fahrzeuge wurden völlig zerstört, das dritte schwer beschädigt. Fünf weitere in der Nähe geparkte Pkw wurden durch die Hitze in Mitleidenschaft gezogen. Die angezündeten Kleinwagen gehörten einer Zeitarbeitsfirma.
Danach traf es einen „Volvo XC 90“ in der Virchowstraße in Prenzlauer Berg. Polizeibeamte löschten die Flammen. Die Feuerwehr musste nicht mehr eingreifen. Fast zur gleichen Zeit brannte in der Hans-Otto-Straße in Prenzlauer Berg ein „BMW Z 4“. Das Fahrzeug setzte sich vermutlich wegen der Brandeinwirkung plötzlich in Bewegung. Es rollte in die Pasteurstraße bis dicht an ein anderes geparktes Fahrzeug, das durch die Flammen ebenfalls beschädigt wurde. Der „BMW Z 4“ wurde völlig zerstört. Ein Anwohner hatte Polizei und Feuerwehr alarmiert.
An einem „Audi Q 5“, der am Wikingerufer in Moabit geparkt war, bemerkte ein Passant gegen 3.00 Uhr einen Brand und verständigte die Feuerwehr. An dem Fahrzeug entstand erheblicher Sachschaden. Ein in der Nähe stehender Pkw wurde ebenfalls beschädigt.
In der Nacht zum Montag zündelten Unbekannte in Neuköln an einem Transporter eines Energieunternehmens. Dieser war am Fahrbahnrand am Buckower Damm abgestellt. Er brannte kurz nach 2.00 Uhr bereits, als Zeugen den Feuerschein am Fahrzeug bemerkten und die Feuerwehr alarmierten. Deren Einsatzkräfte stellten während der Löscharbeiten zwei auf der Ladefläche befindliche Gasdruckbehälter fest, die infolge des Feuers zwar erwärmt waren, während der Einsatzmaßnahmen aber rechtzeitig abgekühlt werden konnten und nicht explodierten.
Bisher wurden keine Menschen verletzt. Die Bürger sind jedoch zu Recht verunsichert. Laut früheren Angaben der Polizei, wird es jedoch keinen kompletten Schutz gegen diese Brandattacken geben. Auch der Hinweis, dass der Staatsschutz ermittelt, kann die Täter scheinbar nicht mehr abschrecken. Im Gegenteil, der Fakt, dass dieser bisher keine Verdächtigen festnehmen konnte, scheint die Täter noch zu motivieren, ihre Aktivitäten auszuweiten.
Foto: PKW nach Brandattacke / Archivbild
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