Sanierungsarbeiten am U-Bahnhof Gleisdreieck (U1) und den angrenzenden Viadukten

Sanierungsarbeiten am U-Bahnhof Gleisdreieck (U1) und den angrenzenden Viadukten

Der U-Bahnhof Gleisdreieck mit seinen stählernen Hochbahnbrücken wurde am 3. November 1912 eröffnet. Danach wurde der U-Bahnhof Gleisdreieck auf Grund seiner bewegten Geschichte, mehrfach angepasst, ohne dass eine Grundinstandsetzung des U-Bahnhofs und der angrenzenden Viadukte durchgeführt wurde.

Der nunmehr beginnende Bauabschnitt betrifft den Streckenbereich der U1 zwischen Landwehrkanal und dem U-Bahnhof Gleisdreieck. Dieser Streckenabschnitt muss während der Baumaßnahmen vom 19.07. -29.09.2010 für den Zugverkehr der U-Bahnlinie 1 gesperrt werden. Mit Betriebsbeginn am 30.09.2010 verkehrt die U1 dann wieder durchgehend.

Diese Baumaßnahmen unterteilen sich in Sanierungsmaßnahmen an den vorhandenen denkmalgeschützten Stahlüberbauten über dem ehemaligen Postgelände sowie dem Neubau nicht mehr sanierungsfähiger Stahlbrücken im Rampenbereich zum Landwehrkanal. Die massiven, gemauerten Viadukte aus dem Jahr 1900 werden dabei denkmalgerecht instandgesetzt.

Da die später angefügte stählerne Bogenbrücke, auf der heute das Gleis Richtung Uhlandstr. verläuft, in ihren statischen Eigenschaften nicht mehr dem heutigen Stand entspricht, jedoch ebenfalls als Denkmal erhaltenswert ist, wird die Linienführung der U1 auf den sanierten alten Viadukten neu verlegt.
Als positiver Nebeneffekt wird dadurch auch eine Geschwindigkeitserhöhung ermöglicht.

Um die unvermeidbare Lärmentwicklung während der Bauzeit für die Anwohner so gering und zeitlich begrenzt wie möglich zu halten, werden die geräuschintensiven Arbeiten weitestgehend auf die Tageszeit beschränkt. Bei unvermeidbaren Arbeiten in der Nachtzeit wurden Lärmschutzausnahmegenehmigungen beantragt und bewilligt.

Ein besonders sehenswertes Ereignis ist der Ein- und Aushub der Brückenbauwerke im Rampenbereich. Der Ausbau dieser bis zu 40 Tonnen schweren Brückenteile kann nur mithilfe zweier leistungsstarker Schwerlastkräne erfolgen.
Am 28.07.2010 wird einer dieser Kräne vom BVG-Gelände in der Trebbiner Straße einen Teil der Brücken herausheben. Am 05.08.2010 erfolgt der Aushub der restlichen Brückenteile über einen weiteren Schwerlastkran von der Seite des Tempelhofer Ufers aus. Während dieser Arbeiten wird es zu Einschränkungen im Straßenverkehr kommen. Der Einbau der neuen Brücken erfolgt dann im Anschluss.

Insgesamt werden in diesem Abschnitt ca. 1.200 Tonnen Stahl und Mauerwerk abgebrochen, ca. 900 m² Fahrbahntrogbleche ausgewechselt sowie über 400 Tonnen neuer Stahl verbaut. Die Stahlfläche, auf der Korrosionsschutz aufgetragen wird, beträgt ca. 15.000 m². Insgesamt werden hierfür ca. 7.900 m² Gerüste erstellt.

Parallel zu diesen Maßnahmen wird die Sanierung der U1-Ebene im U-Bahnhof Gleisdreieck fortgeführt. Im nächsten Jahr beginnen dann die Sanierungsarbeiten auf der Gleisebene der U2 mit dem Einbau eines weiteren Aufzuges zur Straßenebene. Ab dem Jahr 2012 wird dann der U-Bahnhof abschließend von außen saniert.

Die Baukosten für die Sanierung des Bahnhofes belaufen sich nach derzeitigem Stand auf ca. 12 Millionen Euro.
Die Kosten für die aktuelle Sanierung der Brückenbauwerke der U1 belaufen sich auf ca. 8 Millionen Euro.

Während der Bauarbeiten verkehrt die U1 nur zwischen den U-Bahnhöfen Warschauer Straße und Möckernbrücke sowie zwischen Wittenbergplatz und Uhlandstraße. Zwischen den Bahnhöfen Möckernbrücke und Mendelssohn-Bartholdy-Park (U2) wird ein barrierefreier Schienenersatzverkehr eingerichtet. Für die weitere Umfahrung können die Fahrgäste die U-Bahnlinie 2 nutzen.

Im vergangenen Jahr wurde bereits mit der notwendigen Grundinstandsetzung begonnen. Die laufenden Baumaßnahmen im Innenbereich des U-Bahnhofes umfassen die komplette Sanierung und den barrierefreien Ausbau, mit angepasster Treppenführung und einem Aufzug auf der Gleisebene der U-Bahnlinie 1.

Seit 1902 befand sich an dem Ort des heutigen U-Bahnhofs Gleisdreieck die niveaugleiche Schnittstelle dreier sich kreuzender Hochbahnlinien, ein sogenanntes “Gleisdreieck” eben. Nach einem schweren Hochbahnunglück im Jahr 1908 erfolgte, nach entsprechender Anordnung durch die Aufsichtsbehörde, der Umbau in ein Kreuzungsbauwerk, an dem die Züge sich auf unterschiedlichen Höhenniveaus kreuzen.

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