Demo “Wir haben es satt!” – Bauerhöfe statt Agrarindustrie
Etwa neunzig Organisationen rufen für den heutigen Samstag dazu auf, für einen Systemwechsel in der Agrarpolitik auf die Straße zu gehen. Das Motto dabei lautet: “Wir haben es satt! Bauernhöfe statt Agrarindustrie”.
Laut Umwelt- und Tierschutzorganisationen bewegen sich etwa achzig Busse mit Demonstrantinnen und Demonstranten aus ganz Deutschland auf die Hauptstadt zu, um mit Beginn der Grünen Woche für eine bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft zu protestieren.
Die Teilnehmer haben es satt, dass sich Meldungen über Vorkommnisse wie der Antibiotika-Skandal oder die zunehmenden Hungerkatastrophen mehren. Laut BUND sind dies die Folgen einer industriellen Lebensmittelproduktion. Man glaubt, dass nur ein Systemwechsel in der Landwirtschaft den Verbraucherschutz gewährleisten kann. Reinhild Benning vom BUND kritisiert Verbraucherschutzministerin Aigner: “Es ist jetzt notwendig, die Risiken der Agrarindustrie an der Wurzel zu packen. Wir brauchen ein klares Reduktionsziel für Antibiotika in der Tierhaltung – wie in den Niederlanden. Wir benötigen bundesweit Transparenz beim Einsatz von Medikamenten, um Missbrauch endlich vorzubeugen – was in Dänemark bereits der Fall ist. Mit ihrem letzten Gesetzentwurf kommt Aigner ihrer Verantwortung nicht nach. Ohne einen Richtungswechsel in der Agrarpolitik werden die Risiken der Massentierhaltung noch zunehmen.”
Im vergangenen Jahr beteiligten sich etwa 22.000 Demonstranten. Die Demo startet um 11:30 Uhr am Berliner Hauptbahnhof und endet mit einer Abschlusskundgebung vor dem Bundeskanzleramt.