Senat will neue Radverkehrsstrategie

Senat will neue Radverkehrsstrategie

Am Dienstag hat der Berliner Senat die neue Radverkehrsstrategie beschlossen. Demnach will man in Berlin die Bedingungen für Radfahrer im Stadtverkehr weiter verbessern und die Verkehrssicherheit erhöhen.

Dazu wurde die Radverkehrsstrategie aus dem Jahr 2004 aktualisiert und an die heutigen Rahmenbedingungen und künftigen Herausforderungen angepasst. Die Radverkehrsstrategie enthält neben den Zielen und Leitlinien der Radverkehrsplanung 75 konkrete Maßnahmevorschläge. Sie setzt dabei folgende Schwerpunkte:

• Die vorhandenen Radwege und Radfahrstreifen sollen von Hindernissen freigehalten, regelmäßig instand gesetzt und – wo erforderlich und möglich – aktuellen Standards angepasst werden.
• Das Fahrradrouten-Hauptnetz soll ausgebaut werden. Durch ergänzende Neben¬routen und fahrradfreundliche Aufwertung der Zentren, aber auch durch Maßnahmen zur Beschleunigung des Radverkehrs auf geeigneten Korridoren sollen weitere Anreize geschaffen werden, Alltags- und Freizeitwege mit dem Fahrrad zurückzulegen.
• Durch Umgestaltung von Konfliktbereichen und durch eine Öffentlichkeitsarbeit, die zur gegenseitigen Rücksichtnahme auffordert, sollen Fahrradunfälle vermieden und die Verkehrssicherheit erhöht werden.
• In einem „Masterplan Fahrradparken“ sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, Fahrräder – auch in größeren Zahlen – sicher und gut zugänglich an den Wohnorten und an wichtigen Zielen abzustellen.
• Die Angebote für die Verknüpfung von Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln sollen weiter verbessert werden (Bike & Ride, Fahrradmitnahme, öffentliche Leihfahrräder).
• Durch Informationen und Kampagnen, die das positive Image des Fahrrads als gesunde, zweckmäßige und kostensparende Alternative zum Auto aufgreifen, sollen neue Nutzer¬gruppen gewonnen werden, die bisher nur selten oder gar nicht Rad fahren. Auch Kinder und Jugendliche sollen frühzeitig motiviert werden, für ihre Wege das Fahrrad zu nutzen.

Aus diesen Maßnahmenbereichen wurden acht „Modellprojekte“ ausgewählt, die vorrangig umgesetzt werden sollen. Dazu gehören:

• Infrastrukturmaßnahmen auf Haupt- und Nebenrouten und in den bezirklichen Nahbereichen,
• die Erprobung von innovativen Lösungen für den Rad¬verkehr an Knotenpunkten und die fahrradfreundliche Koordinierung von Ampelschaltungen,
• ein Modellprojekt „fahrradfreundliche Einkaufsstraße“ sowie
• die Schaffung zusätzlicher Abstell¬anlagen.

Eine breit angelegte Kommunikationskampagne zur Verbesserung des Verkehrsklimas unter dem Motto „Rücksicht – noch besser als Vorsicht“ wurde bereits im vergangenen Jahr gestartet.

Durch die starke Zunahme des Radverkehrs, den demografischen Wandel, technische Entwicklungen – z.B. im Bereich der Elektrofahrräder – sowie durch die Weiterentwicklung des Rechtsrahmens und der Standards für Radverkehrsanlagen haben sich seit der ersten Radverkehrsstrategie neue Anforderungen ergeben. Nach acht Jahren war es deshalb notwendig, die Radverkehrsstrategie zu aktualisieren.