Stolpersteine für Lichtenberg – Pflegepaten für die Messing-Gedenkplatten gesucht
Lichtenberg – 89 Stolpersteine in Lichtenberg – in die Gehwege vor den ehemaligen Wohnadressen eingelassene Gedenksteine aus Messing – erinnern an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Der Initiator der Stolpersteinaktion Gunter Demnig wird am Montag, dem 25. Oktober fünf weitere Stolpersteine für Oskar Debus, Arthur Dreyer, Hermann Jochade, Dr. Alfred Mode und Siegmund Hofmann im Bezirk verlegen. Gunter Demnig beginnt voraussichtlich um 11.45 Uhr mit der Verlegung des Steines für Oskar Debus in der Josef-Orlopp-Straße 50.
* Der Stolperstein für Arthur Dreyer wird dann am Montag, dem 28.Oktober, um 10 Uhr in der Schöneicher Straße 11a feierlich eingeweiht. Dreyer war nach dem Verbot der SPD illegal aktiv, wurde verhaftet und später in die Strafeinheit 999 gezwungen, die er nicht überlebt hat. Zu seinem Gedenken laden Schüler/ -innen des Manfred-von-Ardenne-Gymnasiums, die Patin des Gedenksteines Karin Seidel-Kalmutzki (MdB) und die Netzwerkstelle Licht-Blicke/pad e.V., ein.
* Der Stolperstein für Oskar Debus wird am Dienstag, dem 2. November, um 10 Uhr in der Josef-Orlopp-Straße 50 eingeweiht. Debus wurde wegen seiner Mitarbeit in der Widerstandsgruppe „Deutsche Volksfront“ zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt und starb an den Folgen der Haft. Licht-Blicke/pad e.V. und die Mitglieder der Seniorengruppe Lichtenberg, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, erinnern in einer Feierstunde an ihn.
* Ein Stolperstein für Hermann Jochade wird im Karlshorster Grafenauer Weg 39 verlegt. Der Gewerkschafter wurde 1939 von den Nationalsozialisten verhaftet und kam kurze Zeit später im KZ Sachsenhausen ums Leben. Für diesen Stolperstein hat Oliver Kaufhold von der Gewerkschaft transnet die Patenschaft übernommen.
* Ein Stolperstein für Dr. Alfred Mode wird in der Treskowallee 109 verlegt. Der angesehene Arzt lebte und arbeitete seit 1898 in Karlshorst. Um weiteren Demütigungen der Nazis zu entgehen, ‚wählte’ er im Februar 1937 den Freitod.
* Ein Stolperstein für Siegmund Hofmann wird in der Dorotheastraße 28 verlegt. Er wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo er wenige Monate später starb.
Für die Stolpersteine in Lichtenberg werden noch Paten gesucht, die in ihrer Wohngegend Stolpersteine putzen möchten. Einige Lichtenberger kümmern sich bereits um Messingplatten in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld. So pflegen beispielsweise Schüler/ -innen der Karlshorster Richard-Wagner-Grundschule vier Stolpersteine in der Stolzenfelsstraße 2.