Haushoher Sieg für Klitschko – Der Meister verteidigt Titel gegen Adamek

Haushoher Sieg für Klitschko – Der Meister verteidigt Titel gegen Adamek

Es war eine erfolgreiche Titelverteidigung, die der WBC-Weltmeister Vitali Klitschko gegen seinen polnischen Herausforderer Tomasz Adamek am Samstagabend zeigte.

Bis zu 10,01 Millionen Zuschauer verfolgten den ungleichen Kampf, den der in allen Belangen überlegene 40-jährige Champion nach 2,26 Minuten der 10. Runde durch technischen K.o. gewann.

„Es hat leichter ausgesehen, als es war“, sagte der Weltmeister im Anschluss an seine insgesamt 7. erfolgreiche Titelverteidigung, „Tomasz Adamek war ein starker Gegner mit einem großen Kämpferherz.“ Die harte Vorbereitungszeit habe sich ausgezahlt, so Klitschko weiter, der so leicht wie noch nie in einen WM-Kampf gegangen war. Hatte er beim Wiegen am Freitag noch 110,2 Kilogramm auf die Waage gebracht, so betrug sein tatsächliches Kampfgewicht am Samstag nach eigener Auskunft nur noch 107 Kilogramm. Diese neue Leichtigkeit des Seins machte den 40-Jährigen so schnell und beweglich wie selten zuvor. Damit schlug er den WBC-Weltranglistenersten mit dessen eigenen Waffen – hatte man dem 13 Zentimeter kleineren und „nur“ 98 Kilogramm schweren Polen doch im Vorfeld Chancen allein durch dessen Leichtfüßigkeit eingeräumt. „Der größere Mann war auch der schnellere Mann über die komplette Distanz. Vitali war von Anfang an voll da und hat mit Adamek gemacht, was er wollte“, konstatierte RTL-Experte Luan Krasniqi denn auch leicht verblüfft. Unbeeindruckt von den euphorischen Schlachtgesängen der polnischen Fans übernahm Vitali Klitschko von Beginn an das Kommando im Ring und beeindruckte seinen Gegner durch eine Vielzahl harter Fäuste in allen Variationen. „Schon in der 1. Runde habe sich seine Fehler gesehen. Wenn er seinen linken Jab schlug, war er für einen Bruchteil einer Sekunde offen für meinen rechten Cross. Ich habe jedoch keine Hektik aufkommen lassen. Mir war klar, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis ich ihn ausknocke.“

Bruder Wladimir brachte es auf den Punkt, als er nach dem Kampf stellvertretend für wohl alle Beobachter gegenüber RTL schwärmte: „Das ist unglaublich. Mit 40 Jahren zeigt Vitali eine Form, wie ich sie noch nie gesehen habe. George Foreman hat es vorgemacht, und Vitali macht es einfach weiter.“ Ins gleiche Horn stieß auch Ehefrau Natalie, die wie gewohnt am Ring saß: „Mein Mann ist einfach unglaublich. Er war so schnell wie nie und hat alles drei, vier Schritte im Voraus gesehen. Ich bin überglücklich und liebe meinen Mann noch mehr und noch mehr.“
Als Box-Opa wie George Foreman wolle er jedoch nicht in die Geschichte eingehen, versicherte Vitali Klitschko anschließend, ohne sich darauf festlegen zu lassen, wann er seine Karriere beenden werde. Er werde jetzt erst einmal ein paar Wochen durchschnaufen und sich wieder um seine politischen Geschäfte in Kiew kümmern. Klitschko deutete an, dass der im Juli von Wladimir Klitschko besiegte David Haye sein nächster Gegner werden könnte, betonte aber geheimnisvoll im gleichen Atemzug, dass der Brite nicht sein letztes großes sportliches Ziel sei. „Ich habe noch einen Traum. Bei David Haye dagegen habe ich als Motivation die Rache des Bruders. Ich war sehr glücklich mit dem Ergebnis von Wladimir, aber ein bisschen unglücklich mit seinen großen Sprüchen. Er musste nicht als Ausrede seinen Zeh zeigen. Wenn man bewusstlos am Boden liegt, hat man keine Ausrede mehr.“
Die Spekulationen über die boxerische Zukunft des alten und neuen WBC-Weltmeisters gehen also weiter. Zur Erhellung konnte auch Bruder Wladimir nicht beitragen: „Wir haben noch nie darüber gesprochen“ versicherte der 35-Jährige gegenüber RTL. „Das ist ein Thema, über das wir nicht reden wollen.“
Der amtierende IBF-, WBO- und WBA-Champion will indes Ende des Jahres noch einmal in den Ring steigen. Als mögliche Termine werden der 3. oder 10. Dezember gehandelt. Wo und gegen wen er dann kämpft, will Wladimir Klitschko schon bald verkünden.

Foto: Im neuen Wrocalaw Stadium in Breslau boxte WBC-Champion Vitali Klitschko (li.) gegen den polnischen Nummer-eins-Herausforderer Tomasz Adamek, der in bislang 44 Kämpfen nur eine Niederlage einstecken musste. (c) RTL / Public Address