Finanzministerium wehrt sich gegen den Vorwurf der Steuer-Abzocke an den Zapfsäulen

Berlin – Das Bundesfinanzministerium wehrt sich gegen den Vorwurf der Steuer-Abzocke an den Zapfsäulen. Mit einem Benzinpreisrechner soll verdeutlicht werden, dass sich der Staat keine goldene Nase an steigenden Benzinpreisen verdient.

Mittels des Benzinpreisrechners lässt sich der Anteil an Steuern aufzeigen, die der Staat bei einem bestimmten Literpreis für eine jeweilige Kraftstoffsorte kassiert. Kostet ein Liter Super / Benzin einen Euro, wären dies dem Rechner zufolge 81 Cent. Also 81 Prozent dieses Euros wandern in die Staatskassen.

Das scheint dem Finanzministerium aber nicht genug. Denn die Steuersätze für Kraftstoff setzen sich aus Energiesteuer und Mehrwertsteuer zusammen. Die Mehrwertsteuer bildet den prozentualen, variablen Anteil. Deren Einahmen steigen mit zunehmender Höhe des Benzinpreises automatisch. Was den Finanzminister ärgert ist der Fakt, dass die Energiesteuer durch einen Fixbetrag geregelt ist. Für unverbleites Benzin mit einem Schwefelgehalt von höchstens 10 mg/kg kassiert der Fiskus 654,50 Euro/1.000 Liter.
Steigen die Rohstoffpreise für Öl oder die Verarbeitungskosten, so steigt zwar der Preis an der Zapfsäule, aber die Einnahmen für den Staat erhöhen sich nur über die Mehrwertsteuer. Bei kletternden Literpreisen sinkt zwar der prozentuale Anteil für den Liter Kraftstoff, absolut gesehen, erhöhen sich jedoch auch die Einnahmen des Staates.

Dem Bürger kann es egal sein. Dem stinkt die Sache mächtig. Er zahlt in jedem Fall drauf. Das Finanzministerium hat dafür folgenden Trost parat: „Zwar scheint der Staat durch die Mehrwertsteuer von einem höheren Benzinpreis zu profitieren. Aber wenn Autofahrer mehr Geld für Benzin ausgeben, bezahlen sie weniger für andere Leistungen. In Summe fallen deshalb für den Staat praktisch die gleichen Einnahmen aus der Mehrwertsteuer an.“ Übersetzt heiß das, wer mehr Geld für Sprit ausgeben muss, kann sich eben nichts anderes leisten.

Zum Benzinpreisrechner >>

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