110 – Unter dieser Nummer kein TV-Programm
Etwa 125.991 Berliner, die die Notrufnummer 110 wählen, fragen nach dem TV-Programm, dem richtigen Weg oder nach Apotheken. Das ergab die 110-Bilanz 2011 der Berliner Polizei.
Insgesamt gingen im Jahre 2011 genau 1.259.916 Notrufe bei der Einsatzleitzentrale der Polizei ein. Das bedeutet eine Steigerung von 34.624 Anrufen (+2%) im Vergleich zum Jahr 2010.
Dabei betrug der Anteil der Anrufe mit Mobiltelefonen 60%. Es klingelte alle 25 Sekunden. Die meisten Anrufe gab es am Neujahrstag zwischen 0 und 1 Uhr mit einem Abstand von 6-Sekunden. Allerdings ergibt sich nicht aus jedem Anruf ein Einsatz. Die Zahl der Funkwageneinsätze lag bei 667.987 (+2%).
Es kommt auch deshalb nicht immer zu einem Polizeieinsatz, weil etwa 10% der Anrufe den Notruf mit einer Service-Hotline verwechseln. Unter diesen Anrufen sind Anfragen zu Anschriften und TV-Programmen, Nachfragen zu abgeschleppten Autos, Erfragen des richtigen Weges, die Bitte um Auskunft zu Bahnverbindungen oder Anfragen zu Ärzten und Apotheken. Es dürfte klar sein, dass durch solche Anrufe die Leitungen blockiert werden und die Annahme von echten Notfällen behindert wird.
Für allgemeine Anfragen gibt es schon länger das Bürgertelefon (Telefonnummer: 030 / 4664 – 4664). Weil die Zahl der grundlosen Anrufe nicht abgenommen hat, will die Polizei derlei Anrufer nun freundlich aber bestimmt aus der Leitung schmeißen. Künftig heißt es diesen Fällen: „Sie haben den Notruf der Berliner Polizei gewählt. Ihr Anliegen stellt keinen Notfall dar. Um die Leitung für Notfälle freizuhalten, beende ich jetzt das Gespräch. Hierfür bitte ich um Verständnis. Auf Wiederhören.“