Polizei vermutet weitere Rohrbomben
Wie berichtet fanden Polizisten während der Begleitung der „Revolutionären 1. Mai-Demonstration“ im Kreuzungsbereich Oranien- Ecke Lobeckstraße in Kreuzberg mehrere Rohrbomben. Nun vermutet man, dass es noch weitere Rohrbomben gab.
Es war der 1. Mai gegen 20.15 Uhr als Polizisten mit Feuerwerkskörpern beworfen wurden. Das ist zunächst nicht ungewöhnlich. Was die Beamten jedoch stutzig machte, war der Fund, den sie in diesem Zusammenhang machen. Noch während die Feuerwerkskörper flogen, hob ein Beamter einen auf dem Boden liegenden Gegenstand auf, den er als pyrotechnisches Erzeugnis einstufte.
Auf den ersten Blick handelte es sich um ein 40 Zentimeter langes, gefülltes Metallrohr mit Lunte. Wenige Minuten später fanden andere Beamte unabhängig voneinander zwei weitere Rohrbomben auf dem Gehweg der Oranienstraße und auf der Fahrbahn der Markgrafenstraße. Was die Polizei da wirklich entdeckte hatte, stellte sich erst Tage später raus.Bei den Fundstücken handelt es sich um mit einer noch zu untersuchenden Substanz gefüllte Aluminiumrohre. Die Spezialisten der Kriminaltechnik werden im Rahmen der weitergehenden Untersuchungen diese Sprengvorrichtungen nachbauen und die Nachbauten zur Explosion bringen. So will man feststellen, welchen Schaden die Bomben angerichtet hätten.
Weitere Rohrbomben vermutet
Laut Polizei liegen derzeit noch keine Hinweise auf den oder die Erbauer vor. Nach Informationen eines Einsatzbeamten sollen aber an der Wegstrecke möglicherweise weitere derartige Metallrohre gelegen haben, die später nicht mehr sichergestellt werden konnten.
Deshalb bittet die Polizei in diesem Zusammenhang Personen, die eine oder mehrere dieser Rohrbomben gefunden und möglicherweise mitgenommen haben, sich schnellstmöglich mit der nächsten Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, die Sprengkörper zu zünden, zu öffnen oder in anderer Weise zu verändern. Es besteht Lebensgefahr. Der Gegenstand sollte auf keinen Fall bewegt werden, um ihn beispielsweise zur Polizei zu bringen.
Update: Kriminaltechnische Untersuchung: „Rohrbomben“ waren Rohrkrepierer >>
Fotos: Berliner Polizei
