Silvesterbilanz der Polizei: 4.335 Notrufe und 1.862 Funkwageneinsätze

Silvesterbilanz der Polizei: 4.335 Notrufe und 1.862 Funkwageneinsätze

Am Dienstag zog die Berliner Polizei eine Bilanz der vergangenen Silvesternacht. Demnach lag die Zahl der eingegangenen Notrufe zwischen 18 und 6 Uhr bei 4.335 (Vorjahr 3.741). Daraus folgten 1.862 (1.722) Funkwageneinsätze.

Auf spezifische Einsätze zum Jahreswechsel entfielen demnach 98 Fahrten zu Schlägereien, 33 zu Streitigkeiten, 40 zu verletzten Personen, 102 zu Sachbeschädigungen und 108 wegen unsachgemäßen Umgangs mit Pyrotechnik. Wie die Polizei weiter mitteilte, verlief die zentrale Silvesterfeier auf der Straße des 17. Juni und am Brandenburger Tor problemlos.

Schon gegen 17 Uhr musste der Pariser Platz wegen Auslastung gesperrt werden und ab 18 Uhr mussten nach und nach die Kontrollstellen wegen des zu hohen Andrangs geschlossen werden. Die Besucher verfolgten störungsfrei und in ausgelassener Stimmung die Bühnenprogramme sowie ein Mitternachtsfeuerwerk.

Demo Grenzen und Mauern einreißen

Ab 22.30 Uhr versammelten sich vereinzelt Personen am U-Bahnhof Turmstraße, um eine bis dahin nicht angemeldete Demonstration zum Thema „Grenzen und Mauern einreißen, für eine solidarische Gesellschaft“ durchzuführen. Mit rund 300 Personen setzte sich der Demonstrationszug gegen 23.30 Uhr in Bewegung und zog vom U-Bahnhof Turmstraße bis zum Carl-von-Ossietzky-Park. Weil einzelne Demonstrationsteilnehmer mit Pyrotechnik auf die eingesetzten Polizeibeamten warfen, erlitt ein Polizist leichte Verletzungen, verblieb aber im Dienst. Ein weiterer Polizeibeamter erlitt Verletzungen als ein Mann bei seiner Festnahme Widerstand leistete. Gegen 0.30 Uhr beendete der Versammlungsleiter die Demonstration am Carl-von-Ossietzky-Park. Die Polizei nahm diverse Identitätsfeststellungen zur Einleitung von Ermittlungsverfahren vor. Drei Männer und eine Frau wurden vorläufig festgenommen.

Randale in der Wrangelstraße

In der Wrangelstraße in Kreuzberg zündeten gegen Mitternacht rund 50 Personen einen Müllcontainer an, den sie vorher auf die Fahrbahn der Wrangelstraße Ecke Oppelner Straße geschoben hatten. Sowohl die eintreffenden Beamten der Polizei als auch die Beamten der Feuerwehr wurden von der teilweise vermummten Menschenmenge massiv mit Böllern beworfen und aus PTB Waffen beschossen und mussten sich zunächst zurückziehen. Mit Unterstützung weiterer Polizeibeamter, die zunächst ebenfalls attackiert wurden, gelang es schließlich die aggressive Menschenmenge zu zerstreuen und die Flammen zu löschen.

Party in Tempelhof beendet

In Tempelhof beendeten Polizeibeamte gegen 2 Uhr eine illegale Party. Rund 2000 Personen waren über eine Mauer auf ein stillgelegtes Industriegelände in der Bergholzstraße gelangt und feierten dort eine im Vorfeld offenbar gut organisierte Party. Mehrere Musik- und Lichtanlagen wurden von benzinbetriebenen Stromaggregaten versorgt und es wurden Eintrittsgelder erhoben und Getränke verkauft. Der 28-Jährige, der sich gegenüber der Polizei als Verantwortlicher zu erkennen gab, ist in der Vergangenheit bereits mehrfach als Betreiber illegaler Veranstaltungen in Erscheinung getreten. Die alkoholisierte Menschenmenge zeigte wenig Verständnis als sie aufgefordert wurde das Gelände wieder zu verlassen. Vereinzelt kam es zu Widerstandshandlungen und Beleidigungen gegenüber den eingesetzten Polizisten, sowie zu versuchten Gefangenenbefreiungen. Vier Personen wurden festgenommen. Ein Polizist wurde leicht verletzt. Innerhalb von zwei Stunden waren alle technischen Geräte abgebaut und alle Personen hatten das Gelände verlassen. Die Polizisten schrieben Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs, Körperverletzung, Widerstands, Beleidigung und Versuchter Gefangenenbefreiung.