Wasserpfeifengang: Bandenchefs einer libanesischen Großfamilie verknackt

Am Freitag wurden die Mitglieder einer libanesischen Großfamilie verurteilt. Die Bande hatte tonnenweise Wasserpfeifentabak unverzollt und unversteuert geschmuggelt und über Scheinfirmen verkauft.

Das Urteil lautete vier Jahre bzw. zwei Jahre – ausgesetzt zur Bewährung – sowie 360 Tagessätze gegen ein in Berlin wohnhaftes Brüderpaar. Das Landgericht Regensburg verhängte die Strafe wegen banden- und gewerbsmäßigen Schmuggels von Wasserpfeifentabak aus arabischen Ländern.

Dem Ermittlungsergebnis von Zollfahndung und Staatsanwaltschaft zufolge bedienten sich die mehrfach vorbestraften Familienväter zur Begehung ihrer Taten einer Berliner Firma, deren formeller Geschäftszweck der Import und Verkauf von Lebensmitteln war, die jedoch überwiegend als Fassade für den Schmuggel und den Vertrieb von Wasserpfeifentabak aus arabischen Ländern diente.

Waserpfeifentabak

Schmuggelware Wasserpfeifentabak

Erste – auf den ostbayerischen Raum konzentrierte – Ermittlungen der Zollfahndung München und der Staatsanwaltschaft Regensburg führten Ende 2009 zu einer Durchsuchung des Berliner Geschäftssitzes der Verurteilten bei welcher 17 Tonnen unverzollter und unversteuerter Wasserpfeifentabak sichergestellt werden konnten. Zu dieser ersten Sicherstellung ist anzumerken, dass es sich hierbei um die größte jemals erfolgte Einzelsicherstellung von unversteuertem und unverzolltem Wasserpfeifentabak in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland handelt.

Die laufenden Ermittlungen hielten die Schmuggler allerdings nicht von weiteren illegalen Aktivitäten ab. Über Scheinfirmen bestellten sie weitere knapp 10 Tonnen Wasserpfeifentabak aus Dubai, der auf dem Transportweg von Antwerpen/Belgien nach Berlin von Zöllnern aus dem Verkehr gezogen werden konnte. Bei den Zollbehörden in Antwerpen deklarierten sie den Inhalt des dabei verschifften Seecontainers als „Gebäck, Fruchtsaft, Kräuter und Bohnen“.

Der Steuerschaden zu Lasten des Staates und somit des steuerehrlichen Bürgers beläuft sich insgesamt auf über 865.000 €. Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Regensburg haben Beamte der Zollfahndung München Anfang Oktober mit einem Großaufgebot die beiden gewaltbereiten Drahtzieher der Bande verhaftet, mehrere Wohnungen und Geschäftsräume in Berlin durchsucht und dabei ein den Schmugglern zurechenbares Mehrfamilienhaus im Wert von knapp 600.000 Euro mittels einer Arresthypothek zur Sicherung der Steuerschulden pfänden können.

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