CO2-Endlagerstätten unter Königs Wusterhausen?
Greenpeace veröffentlichte am Sonntag eine Deutschlandkarte, die zeigt, welche Standorte geologisch laut Bundesanstalt für Geowissenschaften für mögliche CO2-Endlager in Frage kommen.
Insgesamt sind möglicherweise 408 Standorte betroffen. Darunter befindet sich auch das Berliner Umland. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften (BGR) weigert sich bisher jedoch weitere Angaben herauszugeben.
Greenpeace fordert unterdessen Umweltminister Norbert Röttgen auf, alle betroffenen Gemeinden und Regionen über die für möglich befundenen Endlagerkapazitäten zu informieren, bevor das die Speicherung regelnde CCS-Gesetz demnächst ins Kabinett eingebracht wird.
Die Umweltschützer vermuten, dass Industrie und Politik die kommerzielle CO2-Endlagerung hinter dem Rücken der Bevölkerung vorbereiten. Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid sagte dazu: „Informationen zu den Endlager-Standorten werden wie Staatsgeheimnisse gehütet, das wahre Ausmaß der CO2-Verpressung wird verheimlicht.“
Mittels CO2-Verpressung (CCS-Technik) soll künftig Kohlendioxid abgeschieden und unterirdisch gelagert werden. So hofft man, weniger CO2 in die Atmosphäre zu blasen und Treibhausgase zu vermeiden. Bisher gibt es keine Kenntnisse über die Auswirkungen im Großeinsatz. Auch die Versicherungsbranche scheint die Risiken für ein Wiederaustreten von CO2, für unkalkulierbar und für nicht versicherbar zu halten.
Greenpeace jedenfalls hält diese Technik für riskant. Karsten Smid äußerte dazu: „Wir können unsere Problemstoffe nicht immer einfach unter der Erde verbuddeln und die Altlasten und mögliche Havarien unseren Kindern hinterlassen.“
Was den Berliner Raum angeht, so zeigt die Greenpeace-Karte, dass sich potentielle CO2-Endlagerstätten auch im Südosten von Berlin bei Königs Wusterhausen befinden.
Bild:Vattenfall Presse: CCS Technology: Schematic illustration of CO2 storage
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