Update: Wulff lehnt Veröffentlichung des Wortlautes seines BILD-Anrufes ab – Das Antwortschreiben

Update: Wulff lehnt Veröffentlichung des Wortlautes seines BILD-Anrufes ab – Das Antwortschreiben

BILD hatte Wulff am Donnerstag in einem öffentlichen Brief aufgefordert, seine Zustimmung zur Veröffentlichung des Wortlautes des Diekmann-Anrufes zu geben. Am selben Tag kam die Ablehnung des Bundespräsidenten.

Wulff begründete seine Absage damit, dass er es bei “der persönlichen Entschuldigung belassen” wollte. Wulff antwortete weiter: “Die in einer außergewöhnlich emotionalen Situation gesprochenen Worte waren ausschließlich für Sie (Diekmann a.d.R.) und für sonst niemanden bestimmt.” Weiter drängt der Bundesprässident in seiner Antwort darauf, es bei der Entschuldigung zu belassen. In seinem Anwortbrief heißt es weiter: “Damit war die Sache zwischen uns erledigt. Dabei sollte es aus meiner Sicht bleiben.”

Wulff bleibt letztlich bei seiner Aussage, er hätte die BILD-Veröffentlichung zu seiner Kreditangelegenheit nur verschieben, aber nicht verhindern wollen.

Das Antwortschreiben an den BILD-Chef im Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Diekmann,

für Ihr heutiges Schreiben danke ich Ihnen. Meine Nachricht vom 12. Dezember 2011 auf Ihrer Telefon-Mailbox war ein schwerer Fehler und mit meinem Amtsverständnis nicht zu vereinbaren. Das habe ich gestern auch öffentlich klargestellt. Die in einer außergewöhnlich emotionalen Situation gesprochenen Worte waren ausschließlich für Sie und für sonst niemanden bestimmt. Ich habe mich Ihnen gegenüber kurz darauf persönlich entschuldigt. Sie haben diese Entschuldigung dankenswerterweise angenommen. Damit war die Sache zwischen uns erledigt. Dabei sollte es aus meiner Sicht bleiben. Es erstaunt mich, dass Teile meiner Nachricht auf Ihrer Mailbox nach unserem klärenden Telefongespräch über andere Presseorgane den Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben. Es stellen sich grundsätzliche Fragen zur Vertraulichkeit von Telefonaten und Gesprächen. Hier haben die Medien ihre eigene Verantwortung wahrzunehmen.

Wie ich gestern auf Nachfrage im Fernsehinterview sagte, ging es mir darum, der Bild-Zeitung meine Sicht darzulegen, bevor sie über eine Veröffentlichung entscheidet. Da ich mich auf Auslandsreise in der Golfregion mit engem Programm befand, konnte ich das aber erst nach meiner Rückkehr nach Deutschland am Abend des Dienstag, 13. Dezember, tun. Wie sich aus der Ihrem Schreiben beigefügten Mail ergibt, hatte deshalb mein Sprecher den recherchierenden Redakteur der Bild-Zeitung um Verschiebung der Frist zur Beantwortung des differenzierten Fragenkatalogs zu meinem Eigenheimkredit gebeten. Der Redakteur hatte aber nur Verlängerung bis zum Nachmittag des Montag, 12. Dezember, zugesagt. Es gab für mich keinen ersichtlichen Grund, warum die Bild-Zeitung nicht noch einen Tag warten konnte, wo die erfragten Vorgänge schon Jahre, zum Teil Jahrzehnte zurückliegen.

Das habe ich nach meiner Erinnerung auf der Mailbox-Nachricht trotz meiner emotionalen Erregung auch zum Ausdruck gebracht.

Angesichts der Veröffentlichung Ihres Schreibens an mich mache ich auch meine Antwort öffentlich.

Mit freundlichem Gruß“

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Kommentare zum Artikel

Es gibt zurzeit 2 Kommentar/e zu dem Beitrag.

  1. Am 05.Jan 2012 schrieb Koeppen, Brigitte:

    Ich finde es eine große Schwäche von Herrn Wulff. Ich hatte ihn mal um Hilfe gebeten, er antwortete nicht einmal. Er muss weg. Ist nicht würdig diese Funktion auszuüben.
    Er darf auch das Geld 200.000 € ein Auto und Sekretärin bekommen, denn er ist Schuld an diese Aktionen.
    Mich wundert es, dass seine Parteigenossen noch hinter ihm stehen. Aber wie wir in letzter Zeit erlebt haben, geht es nur um persönliche Dinge, Geld. Wir Steuerzahler und Wähler werden nicht mehr gefragt. Wenn ein Bürger etwas falsch macht wird man bestraft ohne Rücksicht auf Verluste.

  2. Am 05.Jan 2012 schrieb Felcmann:

    Herr Wullf könnte sichl bei “Wetten das..” bewerben,
    denn wetten dass er nicht zurücktritt. Im öffentlichen Fernsehen
    stehen die Genossen hinter ihm.

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