Fahrgastverband befürchtet neue Enschränkungen beim S-Bahnverkehr durch Fahrzeugmangel

Fahrgastverband befürchtet neue Enschränkungen beim S-Bahnverkehr durch Fahrzeugmangel

Der Berliner Fahrgastverband (IGEB) befürchtet in wenigen Jahren weitere Enschränkungen im S-Bahnverkehr. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der akute Fahrzeugmangel bei steigenden Einwohner-, Touristen- und Pendlerzahlen zu einer neuen Krise führen wird.

Die IGEB fordert deshalb vom Berliner Senat, sofort mit der Planung von S-Bahn-Ersatz- bzw. S-Bahn-Ergänzungsangeboten zu beginnen.

Der Fahrgastverband kritisiert, dass seitens des Senats bisher wenig getan wurde, um dem vorprogrammierten Engpass zu begegnen. Da im Zuge der Ausschreibung erst ein Teilnahmewettbewerb durchgeführt wurde, wird es demnach 190 Neufahrzeuge frühestens 2020 geben.

Die Hoffnung des Senats, dass bis zum Eintreffen der Neufahrzeuge ca. 160 Altfahrzeuge (Viertelzüge mit je zwei Wagen der Baureihen 480 und 485) länger als bis Ende 2017 eingesetzt werden können, ist demnach sehr vage. Laut IGEB wissen die Techniker nicht, ob sie die Altfahrzeuge für die künftigen technischen Anforderungen umrüsten können und ob das Eisenbahnbundesamt die umgerüsteten Fahrzeuge zulässt. Außerdem würden die Fahrzeuge im Zeitraum der Umrüstung 2016/2017 jeweils über Monate für den Fahrgasteinsatz fehlen, so dass sich der S-Bahn-Fahrzeugmangel schon vor 2018 verschärfen würde.

Ein Mehrbedarf ergibt sich auch aus den Neubaustrecken zum Flughafen BER (2013/14) und vom Nordring zum Hauptbahnhof (2017).

Auch für die Berliner U-Bahn soll es spätestens nach der für 2019 geplanten Fertigstellung der U5-Verlängerung vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof eng werden. Dann werden auch dort zusätzliche Fahrzeuge benötigt. Denn laut IGEB wird es hier wegen des Fahrzeugmangels bei der S-Bahn zusätzlich zu Engpässen kommen.