Fahrgastverband IGEB wettert gegen VBB-Fahrpreiserhöhung
Ab dem kommenden Sommer werden Tickets für Bus, Bahn und Tram um 2,8 Prozent teurer. Der Verkehrsverbund verteidigt die Steigerung mit allgemein höheren Kostensteigerungen für den Bahnbetrieb. Der Fahrgastverband IGEB sieht das etwas anders.
Nach Auffassung des Berliner Fahrgastverbandes haben BVG und S-Bahn durch die gestiegenen Energiekosten auch mehr Fahrgäste und somit mehr Einnahmen, denn wegen der hohen Energiekosten sind zahlreiche Berliner und Brandenburger vom Auto auf Bahnen und Busse umgestiegen. Demnach ist deshalb auch die Zahl der Abonnenten von Monats- und Jahreskarten kontinuierlich gestiegen.
Ein wichtiges Argument gegen die Erhöhung ist auch, dass die Berliner S-Bahn wegen Personal- und Fahrzeugmangel nur ein eingeschränktes Angebot fahren kann.
Als Einsparpotenzial bei der BVG nennt der Fahrgastverband ein ungenutztes Potential von über 10 Millionen Euro jährlich, denn ein großer Teil der geplanten Ampelvorrangschaltungen für Straßenbahnen und Busse fehlen noch immer. Würden alle Vorrangschaltungen und Busspuren realisiert, könnte die BVG durch schnellere Fahrten bei Fahrzeugen und Personal viele Millionen einsparen.
Kritisiert wird generell eine kontinuierliche Tariferhöhung in Höhe der Inflationsrate. Der vom VBB angegebenen Prozentzahl für eine Tariferhöhung liegen stets komplizierte Berechnungen mit vielen Annahmen zugrunde. Das ist weder für Politiker noch Fahrgäste transparent.
Obendrein werden einige Tariferhöhungen nicht eingerechnet. So wurde die Abschaffung der Rückfahrmöglichkeit beim Einzelfahrschein nicht als Tariferhöhung berechnet. Auch die 2010 vorgenommene Verteuerung des Seniorentickets außerhalb der „regulären“ Tariferhöhungen wurde nie eingerechnet. Das wird ebenso für die geplante Umstellung der Zeitkarten auf das elektronische Ticket gelten. Heute haben die Stammkunden durch den überschneidenden Geltungszeitraum jeweils am ersten und letzten Tag eines Monats zwei Zeitkarten zur Verfügung, die in der Familie, unter Freunden oder Kollegen genutzt werden kann. Mit dem elektronischen Ticket fällt das weg, es entfallen also Fahrtberechtigungen für 24 Tage im Jahr.