Bahn weist Vorwürfe zurück – Kind ohne Fahrschein wurde nicht ausgesetzt

Bahn weist Vorwürfe zurück – Kind ohne Fahrschein wurde nicht ausgesetzt

Eine Mutter erhob schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bahn. Demnach soll eine Zugbegleiterin ihren elfjährigen Sohn wegen eines fehlenden Zusatztickets 50 Kilometer vor dem Zielbahnhof “ausgesetzt” haben. Diese Vorwürfe wurden am Dienstag von der Bahn dementiert.

Die Deutsche Bahn wies die Vorwürfe gegen ihre Mitarbeiter zurück, wonach das Kind ohne gültigen Fahrschein angeblich aus dem Zug geworfen worden sei. Die Bundespolizei bestätigt die Version der Bahn. Demzufolge wurde das Kind weder ausgesetzt, noch war es zu irgendeinem Zeitpunkt sich selbst überlassen und ohne Aufsicht durch DB-Personal oder Bundespolizisten.

Die Schaffnerin soll das Kind sofort der Bundespolizei übergeben haben und wäre somit seiner Fürsorgepflicht nachgekommen. Der Bahn zufolge, soll das Kind keine Telefonnummer seiner Mutter genannt haben, wodurch eine Kontaktaufnahme mit den Eltern nicht möglich war.

Ein Bundespolizist, der zufällig im Zug fuhr, wurde zu Rate gezogen. Er befragte das Kind nach seinem Ausweis und seiner Adresse. Das Kind legte einen Schülerausweis vor und sagte, dass die Adresse darauf falsch sei und es woanders wohne.

Danach entschied man, das minderjährige Kind wegen der widersprüchlichen Angaben der Bundespolizei in Oranienburg zur Obhut zu übergeben. Dort sollte dann der Wohnort geklärt werden und eine Benanchrichtigung der Eltern erfolgen.

Und nun behauptet die Bahn, dass man parallel dazu über Twitter mit der Mutter nach deren Hilferuf in Kontakt getreten sei, um ihre Telefonnummer zur direkten Klärung der Situation zu erfragen. Die Mutter hat auf dieses Hilfsangebot nicht reagiert.

Die Mutter hatte jedoch zuvor angegeben, schon telefonsich mit der Bahn in Kontakt getreten zu sein, als ihr Sohn noch im Zug war. Sie hatte angeboten, den Jungen am Bahnsteig abzuholen und dort den fehlenden Geldbetrag bereit zu halten. Es ergibt sich zur Stunde noch ein uneinheitliches Bild, welches sicherlich der weiteren Klärung bedarf.

Foto: Archivbild